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WWF Winterwagen Fulvia IV



Weil das als Ersatz geplante Getriebe sich als Schrotthaufen erweist, muss doch das Sport-Getriebe erst noch weiterverwendet werden.
Beim Einbau dann fällt auf, dass die Koppelstange zwischen Lenkgetriebe und Umlenkbock am Schaltgestänge anschlägt. Sie weist zudem deutliche Kratzer auf. Die Koppelstange wird probehalber um 180° gedreht montiert. Und siehe da, sie berührt nun das Schaltgestänge nicht mehr.

Der vermeintliche „Getriebefehler“ erscheint mithin in etwas anderem Licht. Die Ursache der springenden Gänge liegt nicht im Getriebe sondern darin, dass die Koppelstange das Schaltgestänge berührt hat und bei Stößen des Antriebs und bei Lastwechselschlägen den vorne liegenden 2. Gang herausgedrückt hat.

Als nächstes wird die Antriebswellenmanschette getauscht. Der Ausbau war ein Kinderspiel, etwas mühseliger aber ist das Trennen des äußeren Gelenks. Im Schraubstock eingespannt, wird das Gelenk weitgehend vom Fett befreit. Mit einem weichen Stößel (Kupfer oder ähnliches) wird dann auf das Innenteil des Gelenks geschlagen, bis es über die Kerbverzahnung abgeschoben werden kann.

Neu gefettet und mit neuer Manschette kann die Welle nun eingebaut werden. Vorausgesetzt man hat die Manschette mit einem flachen Spannelement über dem Gelenk befestigt. Als gut geeignet erweisen sich Kabelbinder aus Edelstahl. Deren Verschluss baut sehr niedrig, was unabdingbar ist, weil der untere Achsschenkelbolzen sehr nah unter der Manschette positioniert ist und einen zu großen heransausenden Manschettenverschluss gleich beim ersten Mal aus dem Sulky haut.

So, dass war´s als Wintervorbereitung. Die Einheit wird wieder unter den Vorderwagen geschnallt. Die aus Unwissenheit an der falschen Seite gelöste Lenksäule wird wieder zusammengebaut. Kaum der Erwähnung wert, wäre da nicht das Axiallager gewesen, dessen Kügelchen plötzlich im Fußraum umherflitzten und das Zusammenstecken nicht dem Willen der dazugehörigen 20kg-Feder zuwider wäre. Mentale Überlegenheit und 85kg Körpermasse machten in der Arena des Fahrerfußraums den Sieg aber letztlich unvermeidlich.

Abschließend wird die beim Ausbau geopferte Bremsleitung neu gemacht und ausgewechselt. Ach so, und natürlich werden die beim Lenksäulen-Wrestling abgerissenen Kabel wieder an den Lenkstockschalter gelötet.

Die Koppelstange schaltet mit
Die Koppelstange schaltet mit

Der entscheidende Spalt
Der entscheidende Spalt

Wofür ist denn der? Rückfahrlicht ist es nicht!
Wofür ist denn der? Rückfahrlicht ist es nicht!

Neue Poffertjes
Neue Poffertjes

Made by FK aus W in AT
Made by FK aus W in AT

Mit diesem Plastikbinder geht es nicht
Mit diesem Plastikbinder geht es nicht

Lenksäule
Lenksäule

(Fast) alles wieder drin
(Fast) alles wieder drin

17.11.2018 Hubert Enbergs

WWF Winterwagen Fulvia III



Der Vergaserflansch zeigt erste Risse und einer der Vergaserdeckel ist nach einhelliger Meinung der Berater (CF und HOC) falsch. Ein passender Deckel fand sich schnell für kleines Geld. Die Vergaser wurden ebenso wie der alte Flansch abgebaut und es wurde versucht, den neuen Flansch am Ansaugkrümmer anzuschrauben.

Das geht aber nicht. Der Grund hierfür ist, dass bei dem Nachfertigungsteil für die mittleren beiden Muttern zu wenig Platz zur Verfügung steht. Das Teil wird wieder abgebaut und mit dem Fingerfräser wird der nötige Raum geschaffen.

Als nächstes kommt der hintere Kurbelwellen-Dichtring dran. Genaugenommen zwei davon, denn dem ersten machte ein unachtsam gesetzter Hammerschlag den Garaus. Fährt man halt ein zweites Mal zum Industriebedarf im Nachbarort.

Zeit um auf den Hinweis von CF zurück zu kommen, dass dem Lenkgetriebe das Öl fehlt. Das Lenkgetriebe wird ausgebaut und zerlegt. So einfach wie auf dem Foto wollte der Umlenkhebel nicht weichen. Stattdessen wure er richtig angewärmt, dann Schock gefrostet (ok, unter kalten Wasser abgeschreckt) und erneut ordentlich erwärmt. Das Bauteil ist ein Schmiedestück, es sollte Wärme noch von seinem Geburtsvorgang kennen. Mit "zimperlich" kommt man hier sowieso nicht weiter, ergo gab es richtig Feuer.

Alle Bauteile mit Ausnahme der Wellendichtringe sind in bemerkenswert gutem Zustand. Eine kleine Hürde stellt jedoch der untere Dichtring dar, denn seine Abmessungen sind nicht metrisch. Die meisten Leute behelfen sich mit Zoll-Dichtringen, die zwar deutlich höher sind, dem Original ansonsten aber recht nah kommen. Für das Sport-Lenkgetriebe wurde ein originaler Dichtsatz aus dem Fundus verwendet.





Wenn man lange genug hinsieht, wird einem wunderlich
Wenn man lange genug hinsieht, wird einem wunderlich

Hierüber muss noch geredet werden
Hierüber muss noch geredet werden

Kermit beißt zu
Kermit beißt zu

So ging es nicht
So ging es nicht

Alles in gutem Zustand
Alles in gutem Zustand



11.11.2018 Hubert Enbergs

WWF Winterwagen Fulvia II



Der Kühler zieht die Aufmerksamkeit auf sich, weil seine Unterseite einen denkbar verrotteten Eindruck macht. Der untere Wasserkasten ist aus Messingblech und wird von einem U-Profil mit zwei Befestigungsblechen umschlossen.

Das Profil ist extrem verrostet und feucht. So kann der Kühler später nicht wieder eingebaut werden. Das Profilblech wird deshalb abgelötet, um durch ein neues ersetzt zu werden. Die Befestigung erfolgte seinerzeit mit Hilfe von Weichlot einerseits und Punktschweißungen andererseits.

Nachdem das neue Bodenprofil angefertigt ist, wird der Wasserkasten vorbereitet. Dazu wird das alte Lot mit Flamme und Druckluft entfernt und die Flächen mit Schleifpapier blank gemacht. Dabei zeigt sich, dass an einem der Schweißpunkte ein feiner Riss im Messingblech aufgetreten ist. Das gezeigte Loch entstand erst beim Herausbrechen der verrosteten Trägerplatte.

Vermutlich ist dieser Ermüdungsbruch die Ursache für den schleichenden Wasserverlust, der wiederum zum Verrosten des Bodenprofils geführt hat.
Die neue Wasserpumpe wird dennoch eingebaut. Die alte, offensichtlich intakte Pumpe wird eingelagert. Ein neuer Keilriemen 10X760La wird beschafft, nachdem der im Fulvia-Fachhandel bestellte Riemen 10X775La arg lang ist. So lang, dass die Lichtmaschine an das neu montierte Kondensatauffangblech unterhalb der Vergaser stößt.

Die zerbröselten Lichtmaschinen-Lagergummis wurden ersetzt und die Maschine montiert.

Schrott
Schrott





sieht harmlos aus, aber man achte auf die Poren im Lot
sieht harmlos aus, aber man achte auf die Poren im Lot

Ein Übel
Ein Übel

Bauteile vorbereitet
Bauteile vorbereitet

verschweißt
verschweißt

und montiert
und montiert

04.11.2018 Hubert Enbergs

WWF Winterwagen Fulvia



Wintervorbereitung, HU und andere Kleinigkeiten

Seitdem das Auto bei uns ist, leidet es an einem eigenartigen Defekt. Scheinbar ohne nachvollziehbaren Grund springt manchmal der 2. Gang heraus, ganz selten auch der Rückwärtsgang.

Verdacht: Schaltgabel, Getriebeüberholung

Der Antrieb wartet mit ziemlich deutlichen Lastwechselschlägen auf.

Verdacht: Motor- und Hilfsrahmenlager verschlissen, Austausch

Eine Antriebswellenmanschette ist kaputt, Austausch

Es verschwindet Kühlwasser, obwohl „nichts undicht ist“.

Verdacht: Wasserpumpe, Austausch

Die Sache soll gründlich angegangen werden, das heißt, das Getriebe soll durch ein Tauschgetriebe ersetzt werden, damit man fahren kann, während das Original überholt wird. Also Antrieb raus und alles in eine rückenschonende Arbeitsposition bringen. Die Böcke sind zwar für einen anderen FZG-Typ entstanden, leisten aber gute Dienste.

















28.10.2018 Hubert Enbergs

Hamburg Motor Classics - eher ein Kann oder ein klares Muss?

Seit 2017 versucht auch Hamburg, im Konzert der automobilen Klassikmessen mitzuspielen.
Im vergangenen Jahr fiel unser Fazit in Anbetracht des eher lieblosen Gesamteindrucks negativ aus.
Und dieses Jahr?

Unser Besuch stand eher im Zeichen der Neugier, zu schauen, ob es - trotz nicht leichter Zeiten für die Betreiber - eine
Entwicklung gegeben hat. Und siehe da: Es gab sie!

Hamburg hat gelernt. Hamburg hat erkannt, dass es neue Ideen braucht, um sich zu behaupten.

Aber der Reihe nach:

Zum zweiten Mal Glück mit dem Wetter, zum zweiten Mal (nur) drei Hallen und ein Außenbereich. Der war dieses Mal
mit etwa doppelter Anzahl von Fahrzeugen gefüllt. Insgesamt eine starke Dominanz durch Mercedes und Porsche
(in allen erdenklichen Modell- und Zustandsvarianten) und auffallend vielen amerikanischen Fahrzeugen der 60er und 70er Jahre.
Aber auch wirkliche Exoten wie ein skurril anmutender Lotus Elite haben sich dorthin verirrt.

Die italienische Abteilung ist leider (erneut) kaum vertreten. Erwähnenswert vor allem ein Alfa Montreal und
ein Ferrari Dino 308 GT4 in offensichtlich gutem Zustand, sowie eine schöne Original anmutende Fulvia in weiß,
die gerade sanft tönend Ihren Heimweg antrat, als wir sie entdeckten.

Die Halle mit Ständen von Clubs, Teile- und Zubehörhändlern erscheint unverändert belanglos und wenig spannend.
Alles wirkt etwas gedrängt arrangiert und die Fahrzeuge entfalten optisch wenig Wirkung. Also eher wenig einladend und eher trüb.

Ein echtes Highlight gibt es aber doch: Zum ersten Mal sehen wir einen Vignale Samatha auf Basis Fiat 125 S - spannend
und exotisch, wenn auch nicht uneingeschränkt hübsch. Aber das liegt ja im Auge des Betrachters.

Das teils private wie teils professionelle Fahrzeugangebot kommt in der zweiten Halle zur Schau.
Diese wirkt eher lieblos wie ein geöffneter Hangar.
Fahrzeuge stehen hier in 4 Reihen zum Verkauf. Mercedes (vor allem SL der Baureihen 107 und 129) dominieren vor Porsche.
Wieder viele Amerikaner aber auch ein 1972er Maserati Ghibli und ein Merak - mittlerweile auf leicht gesunkenem Preisniveau.

Die größte Weiterentwicklung zu 2017 findet sich dann aber in der Halle mit Händlern und....echtem Lifestyleflair!

Im Vergleich zu 2017 ein unglaublicher Sprung:
Die Halle ist wertig gestaltet. Helle Teppichböden und angenehme Beleuchtung schaffen ein Wohlfühlklima.
Nationale wie internationale Händler wechseln sich mit Lifestyle-orientierten Ausstellern ab.

Hier hat jemand erkannt, dass das Ausstellen mit Preisschild ausgezeichneter Fahrzeuge allein nicht mehr reicht.
Jetzt kann man hier an einzelnen teils sehr schön historisch gestalteten Ständen Kaffee, Cocktails oder Bier probieren
(gegen freiwilliges Trinkgeld) und Dinge für Haushalt und Küche anfassen und ausprobieren.
Ein historischer Barbershop bietet seine Dienstleistungen an, man spielt Minibillard, probiert sein Glück an Flipperautomaten,
am Roulettetisch der Spielbank Hamburg oder an einer anspruchsvoll gestalteten Carrerabahn.
Alles lädt ein zum Entdecken und zum Ausprobieren.

Und selbst die meist monotone und wenig einladende Messegastronomie versucht es mal anders:
Unter grünen Schirmen auf Kunstrasen sind Liegestühle und hochwertige Bänke und Tische arrangiert.
Der frühere Kantinencharme hat sich gewandelt zu einem Treffpunkt. Hier sitzt es sich gut, man kann herrlich das Treiben ringsherum beobachten.

Und die Autos?
Ja, die stehen nach wie vor im Mittelpunkt. Aber in einer erlebnisorientierten Umgebung für groß und klein.
Sicher mutig, aber mit Zeitgeist und mit dem Ziel, für jeden und jede Generation etwas zu bieten.

Fazit:

Für reine Italo- oder Lanciafans (nur 2 Fulvia) gibt es nur wenig Fahrzeuge zu sehen.
Aber es gab zu entdecken, wie man neues Interesse in neuen Zielgruppen gewinnen und Menschen an automobile
Leidenschaft heranführen kann. Das hat Spaß gemacht.

Wenn der Betreiber nächstes Jahr weiterhin mutig bleibt und die 2 anderen Hallen auch noch etwas von Lieblosigkeit und angestaubter Messetradition befreit, hat Hamburg eine Chance, sich auf kleinem aber unterhaltsamem Niveau zu etablieren und dann doch von einem Kann zum Muss zu werden.

20.10.2018
Christian Döhle

































21.10.2018 Christian Döhle
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