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Flavia Bremskraft, letzter Akt

Die FFF-Bremsanlage wird schon seit Jahren europaweit mehr oder weniger erfolgreich in Stand gesetzt. Zur Verwendung kommen wahrscheinlich immer die gleichen italienischen Dichtungssätze der bekannten Händler. Zum Beispiel auch im Bremskraftverstärker.

In meinen Autos finden sich diese Dichtungen ebenfalls und sie funktionieren anfangs auch tadellos.

Aber nach vier bis fünf Jahren ist die Herrlichkeit vorbei. Zumeist nach der Winterruhe fällt das Bremspedal weit durch und die Bremswirkung ist fast völlig dahin.

So geschehen bei der Flavia, und bei TPs Flaminia Coupé und bei HNs Supersport. Weiterhin für viel Geld Dichtungen kaufen, die mit hinein konstruierter Obsoleszenz versehen oder einfach nur schlecht sind?

So kann das nicht weiter gehen.

Zur Analyse der vier Jahre alten Dichtung, wahrscheinlich aus einem minderwertigen EPDM:

- die Dichtlippen haben ihre Vorspannung verloren
- starke Verformung durch Aufquellen
- Innere Bohrung durch aufliegende Kolbenstange nicht mehr rund.

Gemeinsam mit einem Lieferanten wurde das Thema aufgenommen. Auf dem Wege des „reverse engineering“ wurde im ersten Schritt die alles entscheidende Stulpdichtung im Servo neu „entwickelt“. Zwei Dinge fanden besondere Berücksichtigung. Erstens wurde das Bauteil basierend auf einer originalen, neuen, Lancia Dichtung dimensioniert. Zweitens wurde der bedingt geeignete Werkstoff der herkömmlichen Dichtungen durch ein (für diese Anwendung) wesentlich besseres, aber deutlich teureres Material ersetzt.

Drei Probefertigungen waren notwendig, bis die Arbeit überzeugen konnte. Und das ist das Ergebnis:

- Quality made in Germany
- exorbitanter Preis
- Die Bremse beißt zu wie Ammoniak in der Nase.

PS: Der Referenz-Dichtungssatz wurde irrtümlicherweise deklariert als Rep-Satz für die Servolenkung der Milleotto angeboten. Wie schön, das den keiner haben wollte!

Sisyphos hätte seine Freude daran
Sisyphos hätte seine Freude daran

Ach, hier ist die Bremsflüssigkeit abgeblieben
Ach, hier ist die Bremsflüssigkeit abgeblieben

Introvabile
Introvabile

Servolenkung????
Servolenkung????

Quellung
Quellung

Gerade einmal vier Jahre alt!!!!
Gerade einmal vier Jahre alt!!!!

Aus der Form
Aus der Form





11.07.2018 Hubert Enbergs

Fulvia 2S Handbremse

Die Pistazie zeigte schon beim Kauf ein außergewöhnliches Verhalten beim Ziehen der Handbremse. Sie bog und zog sich zwischen den Sitzen und fühlte sich an, als ob man sich den Meniskus mit der Rohrzange selber herausholt.

Der brutal malträtierte Handbremshebel mitsamt seiner Montageplatte war schon zu einem früheren Zeitpunkt restauriert worden. Es fehlte noch die Betätigung an der Achse.

Um die Handbremsbeläge zu tauschen, muss eine üppige Nutmutter gelöst werden. Davon gibt es zwei Ausführungen, ergo auch zwei verschiedene Nüsse. Liebe Freunde sendeten ihre Spezialwerkzeuge, aber keines passte auf meine Nabenmuttern.

Hilfe kam von FK aus W in AT. Mit Hilfe seiner Zeichnungen konnte eine geeignete Nuss angefertigt werden.

Die fraglichen Bauteile sitzen üblicherweise sehr fest. Folglich wurden Vorkehrungen zum Aufbau eines gewaltigen Losbrechmoments getroffen.

Unendlich wird des Werkers Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft!

Und dann ging alles ganz einfach, weil ein kluger Vor-Arbeiter die Gewinde mit Kupferpaste gegen Festrosten geschützt hatte.
Aber den gewaltigen Drehmomentschlüssel aus dem Nutzfahrzeug-Universum konnte ich zum Festziehen der Nutmuttern gut gebrauchen

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Apropos Nutzfahrzeug-Universum

Fluctuat nec mergitur? Ganz sicher ist das noch nicht.

Der MOG war seit Mitte März zu Differenzialarbeiten in einer „Fachwerkstatt“ in Wuppertal, wo er aufgrund von Schlamperei der Werkstatt auch am 29.5.2018 noch verweilte.

Dann kam die Flut mit bis zu 5,30 m Höhe. Der MOG stand erhöht, immerhin 1,80 m Tauchtiefe bekam er trotzdem ab.

Das wäre wahrscheinlich nicht so tragisch gewesen, wenn er nicht teilweise zerlegt gewesen wäre.

Wenn man nicht alles selber macht!!!!!!!!!

Hubert Enbergs



Momentenstütze
Momentenstütze



Eigenbauten für schöne Aufgaben
Eigenbauten für schöne Aufgaben



Das war zu wenig
Das war zu wenig

Deutlich besser, Widerstand zwecklos
Deutlich besser, Widerstand zwecklos





Drehmoment für Zugmaschinen
Drehmoment für Zugmaschinen



Neue Scheibe
Neue Scheibe





Wer richtet das?
Wer richtet das?

Die Heckscheibe blieb trocken
Die Heckscheibe blieb trocken

02.07.2018 Hubert Enbergs

Flavia Ansaugbrücke

Betrachtet man den Flavia Motor außerhalb seiner Wohnhöhle, fällt als Erstes die außergewöhnliche und kompakte Bauform auf. Bei näherer Betrachtung sieht man, dass die Ansaugbrücke geschwungene Kanäle hat und der Vergaserflansch nach vorne gekippt angelegt ist.

Das Lüfterrad lässt ebenfalls Raum zum Grübeln. Warum sind die vier Flügel nicht im 90° Winkel zu einander angeordnet? Und warum wurde das Rad nicht konventionell auf seiner Achse befestigt also mit einer Mutter von vorne? War das zu einfach oder zu billig und deshalb nicht Lancia-tauglich oder hätte es schlichtweg nicht gut ausgesehen?

Die rückseitige Befestigung mit einer als Überwurf ausgeführten Nutmutter gehörte für mich zu den wenigen „ungelösten“ Geheimnissen der Flavia. Die Baugruppe ist schlecht zu fixieren und das "Muttern mit dem Meißel Aufstemmen" ist, sagen wir mal, unangemessen. Außerdem hatte ich bisher immer Angst, in die falsche Richtung zu kloppen und alles zu zertrümmern.

Mit anderen Worten, die Zeit war reif für ein Spezialwerkzeug. Drehen, fräsen, schlitzen alles kein Hexenwerk. Der Griff sollte aber dem Einsatzort angepasst sein, deshalb wurde eine kleine Kröpfung an das eine Ende geschmiedet. Macht Freude zu sehen, was man erreichen kann, wenn das Eisen heiß ist.

Die Baugruppe wurde im Schraubstock mit ALU-Backen vorsichtig fixiert, die Verdrehsicherungen wurden gelöst und das neue Werkzeug angesetzt. Das Lösen im Gegenuhrzeigersinn ging wunderbar und schon offenbarten sich die verborgenen Lager und eine weitere Nutmutter. Typisch Lancia.

Nun können die Lüfterräder und die Thermostatstutzen ebenfalls zum Glasperlstrahlen.



















Ich glaub´, den brauch´ ich nie wieder
Ich glaub´, den brauch´ ich nie wieder

Licht und Schatten
Licht und Schatten



10.06.2018 Hubert Enbergs

2.46 Das Zeichenbrett

Die Digitalisierung hat unser Leben bereichert, aber es auch um einiges ärmer gemacht. So wurde das Zeichenbrett mit Stumpf und Stiel hinweggerafft.

Bis auf das eine, welches beim Firmenumzug auf der Farm landete.

Beim Anfertigen von großen zusammengesetzten Blechen kommt der Einzeltäter sehr schnell an seine Grenzen, es sei denn er ist in direkter Linie Abkömmling der hinduistischen Göttin Kali.

Dem Zeichenbrett wurde das Brett entfernt und stattdessen zwei Oktopus-Traversen montiert. Zudem gab es einen Satz Lenkrollen.

Das alte rechte hintere Seitenteil, für welches ja bereits ein Ersatz neu angefertigt worden war, wurde auf der EPI-Tektonik-Platte befestigt.
Nun können Glättarbeiten mit der Handfaust und dem Hammer erledigt werden, ohne dass das Werkstück bei jedem Schlag auf der Werkbank umherwandert. Die Arbeitshöhe ist per Fuß-Pedal einstellbar und die Arbeitsebene ist schwenk- und arretierbar.

Zu verschweißende Bleche können nun in der korrekten Flucht positioniert werden, so dass sie nachher auch tatsächlich ans Auto passen.

PW war zu Besuch und brachte ein sehr schönes Stück zur Lokalhistorie mit, siehe Bild 1. Nochmals vielen Dank! Nebenbei gab es noch ein paar sehr hilfreiche Tipps zur Verbesserung von Schweißnähten, auch dafür vielen Dank.

Hubert Enbergs

Deutscher Lehrmittel Verlag
Deutscher Lehrmittel Verlag











Neuer Platz für die Richtplatte
Neuer Platz für die Richtplatte



Das Schlauchpaket hat schon immer gestört,
Das Schlauchpaket hat schon immer gestört,

jetzt verschwindet es hinter der Werkbank
jetzt verschwindet es hinter der Werkbank

Der Gewinn an Ergonomie ist nicht zu beschreiben
Der Gewinn an Ergonomie ist nicht zu beschreiben



04.05.2018 Hubert Enbergs

2.45 Die Türen 4

Nun geht es an die Beifahrertür. Damit ich nicht genau das Gleiche machen muss wie auf der Fahrerseite, hatte die Tür dankenswerterweise ein anderes Schadensbild entwickelt als das Gegenstück.

Das Rahmenvorderteil ist weitgehend intakt, stattdessen ist das hintere Teil nicht mehr schön. Der Rahmenboden ist ebenfalls fällig. Hinzu kommt das Türblatt.

Die Teile werden an den originalen Schweißnähten abgetrennt. Für die unzugänglichen Stellen wurde ein Geradschleifer mit Fingerfräser verwendet. Danach konnten die Bleche auseinander und zusammen gesteckt werden wie LEGO Steine. Zur Vorsicht erhielt das Skelett eine Handvoll Verstärkungen.

Besonders hilfreich war die Sickenmaschine, mit der die nur ganz leicht gebogene Unterkante des Türrahmens hergestellt wurde. Eine Kantung mit der Biegemaschine hätte hier kein brauchbares Ergebnis gebracht.

Die Löcher und Durchbrüche müssen noch gemacht werden und die Haut fehlt ebenfalls. Die Türschwelle mit originalgetreuen Wagenheberaufnahmen und verbesserten Drainagerohren ist hingegen schon fixiert.
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Exkurs für Nutzfahrzeugliebhaber
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Ziemlich genau vor einem Jahr war der Gedanke aufgetaucht, nach einer Gaggenauer Zugmaschine mit Hilfsladefläche zu suchen. Das Angebot ist vielfältig, aber es gab ein durchdachtes Anforderungsprofil:

U900, (BM 406.121),Motor OM 652, Scheibenbremsen, Dreiseitenkipper, Schmidt-Anbauplatte, Räumschild, Frontlader, Zapfwelle vorne und hinten, Heckkraftheber. . . . Mähwerktauglich!

Und genau so wurde er dann angelandet, ein reichlich patiniertes Arbeitstier mit dem richtigen Maß an Restaurierungspotential. Der ideale Farmbewohner!


Schweissnähte in den Ecken entfernen
Schweissnähte in den Ecken entfernen

was soll man sagen, Bruch allenthalben
was soll man sagen, Bruch allenthalben

Verfeinerte Schablonentechnik, nur 3 mm Zugaben
Verfeinerte Schablonentechnik, nur 3 mm Zugaben

Ausgeformt
Ausgeformt

und abgekantet
und abgekantet

fast fertig
fast fertig



Bis zu 6 Tonnen pure Niedlichkeit
Bis zu 6 Tonnen pure Niedlichkeit

Das Kennzeichen zeigt, er gehört zur Familie
Das Kennzeichen zeigt, er gehört zur Familie

obwohl es kein FLumimog ist
obwohl es kein FLumimog ist

04.03.2018 Hubert Enbergs
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