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Edoardos Vermächtnis Teil 2



Hier die Zusammenstellung der Teile, die man "einfach so" kaufen kann.



Ansaugtrichter von Carbparts.eu



Venturis von classiclancia.com



Flansche con classiclancia.com und Isolatoren von FK aus Wien



30.04.2021 Hubert Enbergs

2-55 La Bomba IV Edoardos Vermächtnis Teil 1




Seit vielen Jahren lagern bei mir in der Firma ein paar Kartons mit Flaminiateilen, die DH gehören. Darunter ist eine Kiste mit den Resten dreier Weber 35 DCNL Vergaser. Diese Teile haben eine spannende Geschichte, deren Höhepunkt die Übergabe auf „neutralem Boden“, sprich einer Autobahnraststätte an der A40 war. Autre chose...



Angesichts des ungebremsten Aspirationsbedarfs von La Bomba stellte DH mir den Bausatz zur Verfügung, um eine angemessene Beatmung des Motors zu erreichen.



Bestandsaufnahme

Die Geräte, die ursprünglich auf einem 2.8l Convertibile saßen, waren vor dreißig Jahren bereits vom Motor entfernt worden, weil ein paar der Venturis abgefackelt waren. Ein wenig feinfühlender Schrauber (Name dem Verfasser bekannt) hat sie irgendwann zerlegt, wohl in der Absicht, sie wieder tauglich zu machen. Dabei gingen wichtige Teil, die vorher heile waren auch noch zu Bruch. Später dann wurde das Geraffel als Teilespender bei der Überholung eines anderen Vergasersatzes verwendet.

Fehlende Teile:

1 Venturi
1 Chokebetätigung
1 Chokeabdeckung
3 Schwimmer
6 Ansaugtrichter

Diverse Federn, Schrauben und Betätigungselemente. Dazu fehlen noch Isolatoren und Distanzplatten für die Montage auf der Ansaugbrücke.

Durch Vergaserbrand und unsachgemäße Behandlung unbrauchbar gewordene Teile:
6 Luftrichter
6 Drosselklappen
3 Drosselklappenwellen

Auf der Habenseite verbleiben im Wesentlichen also nur drei Vergasergehäuse und drei Vergaserdeckel. Die Gehäuseflansche sind verzogen, aber die wichtigen Drosselklappenwellenbohrungen machen einen sehr guten Eindruck,

das ist doch ein Anfang!



Eine ordentliche Zahl an Bauteilen ließen sich über das Flaminia-Netzwerk besorgen, so etwa adV (aus dem Vollen) Venturis von EdH in Houten, und Isolatoren von FK aus Wien. Den fehlenden Venturi überließ mir FK ebenfalls. Dieses Teil ist für den Erfolg des Projektes entscheidend, denn es ist nicht mehr beschaffbar und eine Nachfertigung ist nicht bekannt.

Reparatursätze mit Dichtungen ließen sich aus Prag beschaffen, ebenso wie die Ansaugtrichter, die ebenda auf Initiative von FK nachgefertigt werden. Drosselklappen werden zwar von einem Händler im Netz angeboten, die Bestellung wurde aber durch den Händler storniert, weil man „einen Fehler im Lager“ festgestellt hat. Für die großen Schwestern 38DCNL und 40DCNL gibt es mehr Teile, schließlich stecken sie ja auch auf Maserati- und Ferrari-Motoren. Aber sie passen beim 35er nicht.

Nach der Bestandsaufnahme werden die verbleibenden Teile im Lösemittelbad fettfrei gemacht. Anschließend erfahren Gehäuse und Deckel eine Strahlentherapie mit Backpulver, um abschließend mit den Kleinteilen im Ultraschallbad noch einmal gespült zu werden.

Bis hierher ging es doch ganz einfach, oder? Und wenn andere die fehlenden Teile nicht liefern wollen, machen wir sie halt selber. Immer nach dem Motto,

eine Weltmarktführerschaft ist schnell erlangt, wenn sich kein anderer dafür findet!





18.04.2021 Hubert Enbergs

Keine 4000 Tage



sind rum und schwupps ist die Karosserie fertig und auf dem Weg zum Lackierer.



02.02.2021 Hubert Enbergs

Ein neues Dach über dem Kopf





Heute wurde ein ganz besonderer Scheunenfund geborgen. Genaugenommen ist es ein Kellerfund, aber „barnfind“ klingt einfach mehr nach Düsternis, Staub, Stacheldraht und Tetanus.















In einem unscheinbaren Dörfchen an der Korngrenze zwischen Ruhrpott, vertreten durch die Zeche Fürst Leopold, und Münsterland, vertreten durch den Kartoffelbauern Onkel Jupp, verschaffte ich mir heute mit schmeichlerischen Worten und artigen Höflichkeiten Zugang zu den Kellerräumen im Hause eines älteren, alleinstehenden Herren. Ich folgte einem vagen Hinweis, der nach einem Scherz klang, denn das ganze Umfeld sah nicht nach einer Lancialiebe sondern eher nach Elstern fangen mit der selbstgebauten Falle aus.

Das behutsame Recherchieren und ebensolches Handeln, vereint mit dem Hinweis an den alten Herren, ich würde ihm helfen Teile seines Kellers aufzuräumen, förderte ein originales Lancia Hardtop zutage, absolut unverbastelt, augenscheinlich so gut wie nie montiert. Nur der Mürb hatte in den letzten sechzig Jahren etwas daran geknabbert.

Wie weitere Forschungen ergaben, war das Dach 1976 weggepackt worden, als das Trägerfahrzeug zermürbt war und abgemeldet wurde. Die letzten 30 Jahre verbrachte es im Keller des kleinen Häuschens des alten Mannes, in Sichtweite von Onkel Jupp und fast in Sichtweite von Fürst Leopold.
Ein Geheimnis gelüftet, ein Rätsel eröffnet, denn wie kommt ein deutscher Aufkleber auf ein italienisches Hardtop?

Apropos Aufkleber, den anderen habe ich von meiner Tochter zu Weihnachten bekommen, ich weiß aber überhaupt nicht warum😊.

Und noch etwas, mir ist bei der Sache ein assoziativer Fauxpas unterlaufen, der Erste, der mir sagt, welcher, bekommt eine Flasche feinsten norditalienischen Spumante, weiß oder Rosé. (Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte)




06.01.2021 Hubert Enbergs

Augenringe





. . . kann man sich holen, indem man sich abends mit zwei, drei Flaschen schlechten Rotweins coronar in die Ecke verzieht. Das tut am nächsten Tag richtig weh. Oder man sorgt dafür, dass der Augenring an anderer Stelle entsteht.

Der rechte Scheinwerferrahmen unserer Fulvia ist in ziemlich schlechtem Zustand. Das Bauteil ist stellenweise soweit abgeschliffen, dass das Alu-Blech zu reißen droht. Das Rähmchen ist sehr liederlich gefertigt, die Spalte zur Karosserie sind haarsträubend und mit der Kühlergrillkante hat es mal gerade gar nichts am Hut.





Besonders schwierig ist das Teil nicht, bis auf eine Eigenheit. Es ist acht Zentimeter tiefgezogen und das ist für die Bauteilgröße eine Hausnummer.
Der tiefen Form nimmt man den Schrecken oft dadurch, dass man das Bauteil aus mehreren Blechen zusammensetzt. Geschickt gelegte Nähte reduzieren den Umformgrad erheblich. Man erkauft sich diesen Vorteil aber mit Schweißnähten, die sehr präzise sein müssen und viel Feinarbeit erfordern, um sie unsichtbar zu machen.

Der erste Versuch einer Nachfertigung erfolgte genau nach dieser Methode. Freihand zugeschnitten kam es wie es kommen musste, an einigen Ecken fehlte Material. Die intensive Bearbeitung, insbesondere mit dem Schrumpfgerät, führt zu unschönen Oberflächen, die genau wie die Schweißnaht viel Zeit für Nacharbeit verschlingen.

Es sollte möglich sein, das Teil aus einem Stück zu fertigen. Hierfür soll eine Klopfform gebaut werden und zwar nicht aus Holz, sondern aus Formmasse. Einfacher Zement ist eventuell nicht fest genug, deshalb fällt die Wahl auf einen extrem festen Modellierzement. Die Verarbeitbarkeit gibt allerdings Rätsel auf.

Aus den Resten eines Kinderbetts wird ein einfacher Rahmen gebaut. Die Abformvorlage soll auf einem Gestell aus Draht liegen, welches von der Formmasse umschlossen wird. Die Masse hat bei der vom Hersteller genannten Wasserbeimischung etwa die Konsistenz von Harry Wijnvords Slimfast.







Das funktioniert überhaupt nicht, die Vorlage würde in der Masse eintauchen und nicht mehr zu entfernen sein.
Also wird der Feststoffanteil soweit erhöht, dass die Masse modellierbar wird. Das Ergebnis ist, das die Aushärtung viel zu schnell beginnt und das Einbetten der Vorlage misslingt.







Beim zweiten Versuch wird die Vorlage vorher in den Rahmen eingelegt und die Zwischenräume mit Klebeband abgedeckt. Der Zement wird fließfähig eingestellt. Zudem wird aus Maschendraht eine Armierung angefertigt, die in die Füllung eingebettet wird. Nachdem die Form ausgehärtet ist, wird etwas nachgearbeitet, so richtig perfekt ist das Ergebnis aber noch nicht. Manche Dinge werden dadurch, dass man ausgiebig über sie spricht auch nicht besser, also machen wir es kurz. Trotz thermischer Vorbehandlung und Einsatz all der jahrelang gesammelten Erfahrungen ließ das Blech sich zwar in die Form treiben, riss aber nach sieben von acht Zentimetern Umformung auf ganzer Länge auf. Frust, Frust, Frust!

Die geschweißte Ausführung sieht so gesehen gar nicht mal so schlecht aus.








Das missglückte Tiefziehteil wollte ich nicht auch noch fotografieren. Das tut nämlich auch weh.

Es bleibt eine unvollendete Aufgabe. Um meinen Frust abzubauen, restauriere ich das Dach vom Unimog. Da kommt es auf ein paar Zehntel nicht an!!



11.12.2020 Hubert Enbergs
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