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Fernfahrer der Woche





Ob man derzeit Urlaub im Ausland macht, ist nicht wie früher eine Frage des Wann und wo, sondern eine Frage von Verantwortung und Risikobereitschaft.

Aber wenn der Transport eines Flavia Convertibile in seine Heimat ansteht, es sich also um einen Sachverhalt von nationalem Italienischen Interesse handelt, dann werden wir unserer Verantwortung als Europäer gern gerecht. Risikoscheu sind wir auch nicht, aber die gebotene Sorgfalt soll obwalten.



Los geht es morgens um Acht in Köln. Die Ikone ist schon verladen, als Zugfahrzeug ein dezent dekorierter Cherokee mit dickem Diesel aber ohne die heute üblichen und äußerst sicherheitsstiftenden Anhänger-Controller.






Die Fahrt endet bereits nach 450 km im Raum Freiburg, wo wir die Flavia abladen und das Gespann für die nächsten Tage verstauen. Von dort fahren wir auf Achse über die Autobahn und durch den Gotthard-Tunnel Richtung Luganer See. Hier wechseln wir auf die Landstraße und überqueren die Grenze nach Italien.



Flavia fahren ist schön!
Flavia fahren in den Alpen ist schöner!!
Flavia fahren in den Alpen am Comer See ist am schönsten!!!

Die Strecke vom Luganer See nach Tremezzo am Lario ist ein Genuss, auch weil mit der Abenddämmerung die erbarmungslose Sonne auf ein sehr Cabrio-freundliches Maß gedämpft wird.







Die folgenden drei Tage stehen ganz im Zeichen der Aquamobilität. Eigentlich fahren wir zwar nur mit der Flavia am See herum, aber wir landen in einem Bootsmuseum, wo man einige interessante Exponate zu Gesicht bekommt. Von einer riesigen venezianischen Gondel, die bei der Renovierung einer hiesigen Villa gefunden wurde, bis zum Hydroplane, was liegend, Kopf voran, gefahren wurde. Hier gibt es auch Neuigkeiten zu Flaminia-Motoren in Rennbooten.


226 km/h in dieser Kiste, alle Achtung!


Wenn die Gondeln Trauer tragen . . .


Alles, was man braucht.


Na, Lust auf einen Rochenritt?


Hier ist sein Stachel!

Einmal, wir sind wie „zufällig“ an einer Bootswerft, kommen wir mit zwei freundlichen Alfa Giulia fahrenden Boatpeople ins Gespräch, die gerade mit ihrem Riva Runabout ankommen. Und es entspannt sich ein weiteres Gespräch mit einer Alfa Spider fahrenden Dame, die ihr Boot verkaufen will.







Schon am gleichen Abend treffen Bilder vom Objekt der Begierde ein, artig damit kommentiert, wie schön es sei und dass man damit bestimmt viel Spaß haben könnte. Die Antwort: der Spaß würde noch viel größer, wenn sie dem Interessenten ihre kleinen Geheimnisse zeigen würde!

Das ist Marketing mit allen Mitteln!!!






Die Abende vergehen mit Bootssuche im Internet. Riva ist vielleicht sehr bekannt, aber es gibt noch einige andere feine(re?) Adressen.

Zum Abschluss krönen wir das Motto-Wochenende damit, dass wir uns ein Boot mieten und selber erproben, wieviel Spaß es tatsächlich macht.

Auch ohne die kleinen Geheimnisse eine ganz große Sache!


17.08.2020 Hubert Enbergs

Leistungsprüfstand -Fernbedienung-











Der Probebetrieb der sechs Tröten auf der Werkbank ist eine Freude und weckt Lust auf den echten Einsatz auf dem Leistungsprüfstand. Das Servomodul ist ziemlich zierlich, wenn man wollte, könnte man sein Auto so mit einem E-Gas ausrüsten.

Eigentliche Triebfeder dieser Entwicklung ist ein zunehmendes Sicherheitsbedürfnis des EPI-zentralen Prüfstandpersonals, wesentlich befeuert durch die Einflussnahme der Ehefrau. Sinngemäß etwa „komm mir bloß nicht mit einer Pleuelstange in der Brust nach Hause“. Es ist im Moment schwierig dagegen zu halten, ist mir doch letztens ein 160 kg schweres „Werkstück“ von der Werkbank gefallen. Die gespeicherte Energie gab das Werkstück zu meinem Unglück hauptsächlich an meinen Oberkörper, die Arme und das rechte Bein ab.

Da war ´ne Menge Isolierung im Eimer.

Also ab jetzt „safety first“ und das heißt die zwei Meter Abstand vom Leistungsprüfstand mit Bowdenzugsteuerung reichen nicht, aber 1000 m Funkreichweite schon. Ergibt sich ein neues Thema, nämlich wie lese ich die Anzeige aus dieser Entfernung ab?

Vielleicht geh ich doch etwas näher ran 😊



04.07.2020 Hubert Enbergs

2-53 La Bomba III, Kleine Teile





Irgendwie ist alles aus dem Takt geraten in diesen Zeiten. Gesellschaftlich und volkswirtschaftlich gesehen gibt es sicher Wichtigeres, aber langsam könnten die Kopfdichtungen für La Bomba trotzdem mal auf der Farm eintrudeln.

Einer improvisierten Lösung niemals abgeneigt und der eigenen Ungeduld nachgebend, wurde der Motor schon einmal unter Verwendung von 2.8 L Dichtungen komplettiert. Ein paar Stunden wird das wohl halten. Und wie das hält! Auf dem Prüfstand entwickelt der Motor bei 3.500 U/min 78 PS, gegenüber den 56 PS des Zweifünfers. Höhere Drehzahlregionen wurden mangels geeigneter Kühlung gemieden. Und die Gasbetätigung mit einem vier Meter langen Bowdenzug ist auch nicht optimal. Es scheint außerdem so zu sein, dass der Motor bei noch höheren Drehzahlen eine andere Vergaserbestückung braucht. Ein guter Freund steuerte deshalb eine frisch überholte 3C-Anlage bei.

So schön sie auch ist, die durch Unterlegscheiben ersetzten Klemmstücke der Ansaugtrichter gehen gar nicht!!! Eine schöne Aufgabe für die Fräsmaschine, vorausgesetzt man hat eine Zeichnung und ein Programm. Da im Büro pandemisch wenig los ist, ließ sich die freie Zeit gut nutzen, in die Kleinteilefertigung einzusteigen. So entstanden nach einem von GS bereitgestellten Muster weitgehend originalgetreue neue Plättchen.

Parallel dazu wurde die Bedienung des Prüfstands um ein E-Gas erweitert. Hierfür wurden einige mechanische Teile und etwas Elektronik benötigt, die sich auch gut während der Arbeitszeit machen ließen. Eine neue Konsole fiel dabei noch mit ab. Sehr einfach, Gas und Bremse, so ist noch Platz für tolle Erweiterungen.

Das Antriebsmodul für die Drosselklappen wurde so ausgeführt, das mit einem passenden Montagesockel jede Vergaseranlage angesteuert werden kann. Das ist wichtig, weil die drei verschiedenen Flaminia Vergaser alle ihre eigene Kinematik haben.

Etwas Arbeit ist vor dem ersten Probelauf noch zu tun, aber es sieht schon ganz gut aus!

Bis dahin: „Macht Euch noch ´ne Mischung, Ihr Lieben!“













Bremse links, Gas rechts. Genau wie muß!
Bremse links, Gas rechts. Genau wie muß!











25.06.2020 Hubert Enbergs

1951




Nachdem die Flavia Berlina beim letzten Mal den Reigen der BdW Viertürer eröffnet hat, kam dieses Mal ein Besucher auf die Farm, der wirklich schwer zu schlagen ist. Und mir als Flaminia-Mann fällt es nicht leicht, das zu sagen. Da aber eine Flaminia Berlina lange Zeit in CFs Familie einen festen Platz hatte, ist die goldene Brücke ja gebaut.

Diese Besucherin der Woche ist aus verschiedenen Gründen etwas ganz Besonderes. Erstens ist sie die Älteste, die sich bis dato die Ehre gab, fast siebzig Jahre ist sie alt.

Zweitens, vor diesem zeitlichen Hintergrund verkörpert sie ein Feuerwerk des Fortschritts, dessen Vielfalt eigene Bücher füllt. Die Geradeweg-Federung der Vorderachse, der 60 Grad V-Sechs mit Alu-Block mit nassen Laufbuchsen und Alu-Köpfen, Transaxle-Bauweise, hinten innenliegende Trommelbremsen mit gerippten Aluminiumtrommeln, unabhängige Radaufhängung hinten mit Dreieckslenkern, B-Säulenfreie Karosserie . . . will der Flaminia Fahrer alles gar nicht hören.

Drittens, dieses nämliche Auto, offiziell zwar restauriert, aber ganz offensichtlich auf Basis eines absolut authentischen, rostfreien, sehr, sehr gut gepflegten Wagens. Dieses Ding ist eine Zeitreisende, schaut man in den Motorraum, sieht man die Lancia-Werkshalle Anfang der fünfziger Jahre. Vom Krieg und den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren nicht gerade rund gefütterte Werker bauen mit Hingabe den besten Motor Italiens, sechs Zylinder, 1750 cm³, 56 PS, im Hinterkopf bereits die B20, Inkarnation und „Erfinderin“ des GT. Die Gießerei im Nachbargebäude liefert Leichtmetallguss vom feinsten, präzise ausmodelliert. Daneben der Karosseriebau, diese Rundungen, diese Spaltmaße. Selbst der flache mit akkurat angeordneten Verstärkungssicken versehene Boden macht die Werker stolz und zeigt, was sie können bei Lancia.

Jedes Detail schlägt den Betrachter in seinen Bann. Die Instrumente und allem voran das Autovox-Radio. Das ist alles so anders. Wie ist es dem Zeichner gelungen, dem Modellbauer und später dem Werkzeugmacher begreiflich zu machen, was in seiner Vorstellung ist und was die Zeichnung nur schattenhaft wiedergibt. Alles, aber auch wirklich alles an diesem Wagen atmet Kunstfertigkeit, Ästhetik und Liebe zur Arbeit. Aber mein persönliches Highlight sind die Türverkleidungen, plan, schnörkellos, mit Stil und aus Wolle, sagenhaft.

Viertens, dieser Wagen ist leise. Will sagen, wenn sie den Weg hinunter zum EPI-Zentrum rollt, heben die Rehe kaum den Kopf, sonst schreckhafte Vögel recken nur die Hälse, verfolgen den Gleiter. Bergauf ist es etwas anders, da entlässt die zweizügige Abgasanlage wohl temperierte Trompetenklänge.

Fünftens, die Form. Als Kind der Sechziger, dem Donnerkeile à la Ghibli und Countach den automobilen Horizont spalten, erscheint „Aurelie“, naja, irgendwie alt. Kein Wunder sie ist ja auch alt. Aber das Alter eines Objekts hat mit seiner Schönheit nichts zu tun. Man muss sich nur hinhocken und gucken. Und schon sind wir wieder dort, wo wir auch bei der Flavia waren, dreiviertel Perspektive vorne, hinten, überall. Es braucht seine Zeit, aber nimmt man sie sich, transformiert sich die B10, sie wächst in jeder Hinsicht, selbst im Auge eines 62ers. Allein die Einfassung der hinteren Rücklichter in die außergewöhnlichen Kotflügel, glatt und buchstäblich nahtlos. Es gibt Firmen, die können das heute immer noch nicht.

Und last not least, stammen alle Fotos von CF. Seine Kamera allein wäre schon einen Beitrag wert.










































09.05.2020 Hubert Enbergs

Frühlingserwachen



Milde Temperaturen, Sonnenschein und eine interessante Fragestellung zum Zündverteiler, wenn das nicht ideale Voraussetzungen für einen außergewöhnlichen Besucher der Woche sind.

Flavia Berlina 1.8, von CF bei einem Händler auf der Suche nach etwas anderem aufgestöbert. Sie hat ihn wohl mit ihrem freundlichen aber alles andere als feurig temperamentvollen Augenaufschlag angefleht:

„Wenn Du mich mitnimmst, verspreche ich, immer lieb zu sein und keine Zicken zu machen!“

Auf Flavias Wort kann man sich verlassen, und weil CF in seiner Halle zwischen den anderen „Quattroporte(s)“ noch reichlich Platz hat, durfte sie mitkommen. Die technischen Qualitäten und das hohe Niveau der Flavia sind uns ja hinlänglich von Coupé und Cabrio bekannt, aber ihren Ursprung haben sie in der Berlina und die Familienähnlichkeit ist unverkennbar.

Um den Entwurf, also das Design des Wagens, zu verstehen, muss man sich in die Zeit Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre versetzen. Das geht am besten, wenn man sich in der dreiviertel Perspektive von hinten ins Gras hockt und sich den Bögen und Kanten dieses Poppos hingibt.

Ein für Endverbraucher gedachtes Produkt wird entworfen, indem der Designer sich überlegt, was dem Käufer wohl besonders gefällt. Wenn man nun das Ergebnis so eines Prozesses vor sich hat, darf man dann die wertfreie Umkehrfrage stellen, was waren das für Leute, denen das gefallen hat?

Um es kurz zu machen, ich bin dann wieder aufgestanden und habe mit CF drei Fulvia Zündverteiler über den Prüfstand gejagt.



























18.04.2020 Hubert Enbergs
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