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Die Kurzstreckenrakete

Die im letzten Beitrag geschilderten Gebrechlichkeiten hatten sich, das muss ich ehrlicherweise nun zugeben, bereits angekündigt. Deshalb lagen ein neuer Kühler und eine neue Motorstütze schon im Lager.

Die Motorstütze war in Windeseile gewechselt. Der Kühler brauchte etwas länger, weil ich bei der Gelegenheit noch einige ansonsten nicht gut zugängliche Bereiche des Motorraums etwas gereinigt habe.

Die reparierte Motorlagerung hat eine enorme Verbesserung des Fahrgefühls gebracht. Kaum zu glauben, um wie viel sich die Laufruhe verbessert hat.

Feuer frei!!!

Gut zugänglich, allerdings von unten
Gut zugänglich, allerdings von unten

Delinquent in situ
Delinquent in situ

Ohne Kraftschluss
Ohne Kraftschluss

keine Übertragung
keine Übertragung

Sieht etwas selbstgemacht aus, ist aber OEM
Sieht etwas selbstgemacht aus, ist aber OEM





Boden-Boden-Geschoss
Boden-Boden-Geschoss

23.10.2016 Hubert Enbergs

A112 Bockigkeit und andere Befindlichkeiten

Der kleine Racker sollte vorige Tage einmal richtig Auslauf bekommen, als ADHS Vorsorge sozusagen.

Die Autobahnen des Ruhrgebietes garantieren auf engem Raum eine hohe Halbstarkendichte. Dort kann man mal zeigen, wo der Abarthel den Most holt. Lief auch alles ganz gut, Focus ST, Astra OPC und Golf GTI blieb immer mal die Spucke weg, wenn von hinten Carlos Kater mit der Tatze kratzte.

Bis zu dem Moment, wo der scorpione bei hundertzwanzig Sachen schlagartig seinen Stachel einfuhr. Irgendwie schafften wir es noch, mit Schritttempo hoppelnd und bockend die Autobahn zu verlassen. Trotz freundlicher Hilfsangebote von Anwohnern musste ich den Abarth auf dem Hänger heimholen.

Die Fehlerbeschreibung: der Motor springt an, läuft beim Hochdrehen auf allen Vieren und stirbt bei konstantem Gas ab.

Die Zündung wurde ausgeschlossen, der Benzinfilter sah ordentlich aus, die Benzinpumpe auch. Schwimmernadelventil oder hängender Schwimmer vielleicht? Oder doch ein Kabelwurm? Das Auto hat immerhin werkseitige E-Zündung.

Zuerst einmal wird der Vergaser abgeschnallt und in die Schwimmerkammer geschaut. Dort sieht alles gut aus. Aber wo er schon auf der Werkbank liegt, kann er auch ins Ultraschallbad. Dem wohl temperierten Bade werden „pflegende Öle und reinigende Essenzen“ aus dem Chemiebaukasten zu gegeben. Nach zwanzig Minuten wird alles mit kaltem Wasser abgespült und trocken geblasen.

Eingebaut, fertig. Läuft besser als vorher! Conclusio: Düse verstopft, hätt´ ich mir den Anhänger sparen können und einfach vor Ort einen alten gebrauchten Zerstäuber installieren sollen.

Und das war jetzt alles? Nein, von der Hoppelei ist die

1. Motorstütze endgültig im Eimer, die Warmfahrt hat beide

2. Kurbelwellen-Dichtringe gekillt und der

3. Kühler bläst braunes Brackwasser aus dem Verschluss.

Eine Erfolgsfahrt!!!

Da geht er noch
Da geht er noch

Da steht er schon
Da steht er schon

scheint in Ordnung
scheint in Ordnung



Schwimmer und Ventil i.O.
Schwimmer und Ventil i.O.

Ultraschallbad
Ultraschallbad

sauber
sauber

Da geht er wieder
Da geht er wieder

15.10.2016 Hubert Enbergs

Tankgeber reparieren

Wenn man den F-Boliden volltankt und dafür nennenswerte Summen hinblättert, möchte man doch wenigstens etwas für sein Geld zu sehen bekommen. Eine unanständig steil nach oben gerichtete Tanknadel zum Beispiel. Nun sind unsere Lieblinge genau wie wir etwas in die Jahre gekommen, aber sie sind best ager, genau wie wir auch, oder? Ab und an will die Tanknadel aber nicht mehr so richtig. Obwohl Füllstandveränderungen noch angezeigt werden, somit elektrisch alles grob in Ordnung scheint, stimmt die Anzeige nicht.

Dann kann es sein, dass wir einen kartesischen Taucher im Tank haben. Naja, nicht ganz, aber ein bisschen. In den Sechzigern waren die Schwimmer der Tankuhr aus Kork. Dieser war durch eine Tauchversiegelung abgedichtet, so dass er sich nicht mit Benzin vollsaugen konnte. Die Versiegelung bekommt mit der Zeit Risse und der Schwimmer wird zum Taucher.

Ein neuer Schwimmer ist aber nicht so leicht zu beschaffen. Den Originalwerkstoff schließen wir aus. Das, was an Kork noch nachwächst, ist in Flaschenhälsen besser aufgehoben als im Tank.

Selber löten, aus dünnem Kupferblech, wäre eine Möglichkeit. Aber bevor ich das mache, suche ich etwas herum und finde einen Tankgeber aus dem VW-Programm. Die brauchen in den nächsten Jahren eh nicht mehr so viele, also probiere ich den Schwimmer dieses Gebers aus und baue einen neuen Haltebügel, den ich mit der alten Drahtwiderstandsmimik verbinde. Sieht alles klasse aus, aber der Schwimmer ist zu groß und deshalb passt der Geber nicht mehr in den Tank.

Der Weg aber ist der richtige, und so besorge ich einen Geber, der für einen Motorroller gedacht ist. Auch hier verwende ich nur den Schwimmer. Und siehe da, alles geht wie es soll und das Ganze für weniger als „nen Zwanni“.


Vorher
Vorher



Leider falsch belichtet
Leider falsch belichtet



Reste, alte und neue
Reste, alte und neue

Die Tonne mit der richtigen Größe
Die Tonne mit der richtigen Größe

Nachher
Nachher

Da bleibt kein Auge trocken
Da bleibt kein Auge trocken

06.10.2016 Hubert Enbergs

1.12 Bügeln ohne Eisen

Die Seitenverkleidungen des Kofferraums sind aus einer dicken Fliesmatte mit aufkaschiertem Kunstleder gefertigt. Die Kanten sind mit Einfassband aus Kunstleder vernäht. Die letzten vierundfünfzig Jahre haben gereicht um die Weichmacher in die Atmosphäre zu schicken. Eine deutliche Schrumpfung hat sich auch noch eingestellt.

Die Teile haben schon eine Auffrischung aus Tiegelchen und Tübchen hinter sich, ließen sich dadurch aber nicht erweichen. Um sie wieder in Form zu bringen, wurden sie einseitig auf der Werkbank festgespannt und mit der Heißluftpistole ganz vorsichtig angewärmt. Die Temperatur wurde auf 300 °C eingestellt und mit ausreichendem Abstand gearbeitet.

Die Falten können dann buchstäblich aus dem Stoff gezogen werden. Legt man dann "Glätteisen" auf, wird die Oberfläche richtig gut.

Die Verkleidungen bekommen durch diese Maßnahme nicht ihre alte Elastizität zurück, so dass man beim Einbau noch einmal mit dem Fön nacharbeiten muss.

Das Ergebnis sieht gut aus, und die Verkleidungen lassen sich überhaupt erst wieder mit den alten Tenax-Knöpfen anbringen.

Was aber bei Betrachtung des vorletzten Bildes auch auffällt, unser heutiges Auge erwartet bei einem komplett restaurierten Auto etwas anderes, aber das Gezeigte ist nun mal das, was 1962 bei Touring gemacht wurde, nicht mehr und nicht weniger.



Spröde wie Kartoffelchips
Spröde wie Kartoffelchips











Das Mittelstück fliegt auch noch irgendwo rum
Das Mittelstück fliegt auch noch irgendwo rum



08.09.2016 Hubert Enbergs

Aurelia B20 Kofferraumdeckel Teil 2

Der fast sechzig Jahre alte Rahmen des Kofferraumdeckels sah, gemessen an dem, was man aus den Siebziger-Achtziger Jahren von sechs Jahre alten Autos kannte, gar nicht schlecht aus.

Trotzdem, drei durchgerostete Stellen und flächige Korrosion sind keine Basis für eine neue Decke. Folglich wurde ein Teil des Rahmens neu angefertigt. Zumindest zu neunzig Prozent. Hätte sich im Gesamtkonzept auch gut gemacht. Was ich allerdings bei Annahme dieses Klein-Projekts nicht auf dem Schirm hatte, der Deckel hat ja seinen Gegenpart im Heck des Autos, und das ist nicht verfügbar. Die Kante des Deckels ist zwar durch die Krümmung recht steif, aber ein paar Millimeter vor und zurück sind immer möglich.

Mir wurde etwas kalt an den Füssen und ich entschied mich dafür, den offenen Teil des Rahmens zu strahlen und ihn zu reparieren. Die Aussenhaut war ja schon fertig und liess sich gut auf Stoss mit dem Altteil verschweißen. Die Verbindung zum Rahmen erfolgte wie im Original mit der Punktschweißzange.

Jetzt ist die Sache wieder rund, genau wie alles andere an der Aurelia.



So hält es auch
So hält es auch



Rahmen neu
Rahmen neu

Originalteil gestrahlt, wird wieder eingebaut
Originalteil gestrahlt, wird wieder eingebaut





02.09.2016 Hubert Enbergs
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