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WWF Winterwagen Fulvia III



Der Vergaserflansch zeigt erste Risse und einer der Vergaserdeckel ist nach einhelliger Meinung der Berater (CF und HOC) falsch. Ein passender Deckel fand sich schnell für kleines Geld. Die Vergaser wurden ebenso wie der alte Flansch abgebaut und es wurde versucht, den neuen Flansch am Ansaugkrümmer anzuschrauben.

Das geht aber nicht. Der Grund hierfür ist, dass bei dem Nachfertigungsteil für die mittleren beiden Muttern zu wenig Platz zur Verfügung steht. Das Teil wird wieder abgebaut und mit dem Fingerfräser wird der nötige Raum geschaffen.

Als nächstes kommt der hintere Kurbelwellen-Dichtring dran. Genaugenommen zwei davon, denn dem ersten machte ein unachtsam gesetzter Hammerschlag den Garaus. Fährt man halt ein zweites Mal zum Industriebedarf im Nachbarort.

Zeit um auf den Hinweis von CF zurück zu kommen, dass dem Lenkgetriebe das Öl fehlt. Das Lenkgetriebe wird ausgebaut und zerlegt. So einfach wie auf dem Foto wollte der Umlenkhebel nicht weichen. Stattdessen wure er richtig angewärmt, dann Schock gefrostet (ok, unter kalten Wasser abgeschreckt) und erneut ordentlich erwärmt. Das Bauteil ist ein Schmiedestück, es sollte Wärme noch von seinem Geburtsvorgang kennen. Mit "zimperlich" kommt man hier sowieso nicht weiter, ergo gab es richtig Feuer.

Alle Bauteile mit Ausnahme der Wellendichtringe sind in bemerkenswert gutem Zustand. Eine kleine Hürde stellt jedoch der untere Dichtring dar, denn seine Abmessungen sind nicht metrisch. Die meisten Leute behelfen sich mit Zoll-Dichtringen, die zwar deutlich höher sind, dem Original ansonsten aber recht nah kommen. Für das Sport-Lenkgetriebe wurde ein originaler Dichtsatz aus dem Fundus verwendet.





Wenn man lange genug hinsieht, wird einem wunderlich
Wenn man lange genug hinsieht, wird einem wunderlich

Hierüber muss noch geredet werden
Hierüber muss noch geredet werden

Kermit beißt zu
Kermit beißt zu

So ging es nicht
So ging es nicht

Alles in gutem Zustand
Alles in gutem Zustand



11.11.2018 Hubert Enbergs

WWF Winterwagen Fulvia II



Der Kühler zieht die Aufmerksamkeit auf sich, weil seine Unterseite einen denkbar verrotteten Eindruck macht. Der untere Wasserkasten ist aus Messingblech und wird von einem U-Profil mit zwei Befestigungsblechen umschlossen.

Das Profil ist extrem verrostet und feucht. So kann der Kühler später nicht wieder eingebaut werden. Das Profilblech wird deshalb abgelötet, um durch ein neues ersetzt zu werden. Die Befestigung erfolgte seinerzeit mit Hilfe von Weichlot einerseits und Punktschweißungen andererseits.

Nachdem das neue Bodenprofil angefertigt ist, wird der Wasserkasten vorbereitet. Dazu wird das alte Lot mit Flamme und Druckluft entfernt und die Flächen mit Schleifpapier blank gemacht. Dabei zeigt sich, dass an einem der Schweißpunkte ein feiner Riss im Messingblech aufgetreten ist. Das gezeigte Loch entstand erst beim Herausbrechen der verrosteten Trägerplatte.

Vermutlich ist dieser Ermüdungsbruch die Ursache für den schleichenden Wasserverlust, der wiederum zum Verrosten des Bodenprofils geführt hat.
Die neue Wasserpumpe wird dennoch eingebaut. Die alte, offensichtlich intakte Pumpe wird eingelagert. Ein neuer Keilriemen 10X760La wird beschafft, nachdem der im Fulvia-Fachhandel bestellte Riemen 10X775La arg lang ist. So lang, dass die Lichtmaschine an das neu montierte Kondensatauffangblech unterhalb der Vergaser stößt.

Die zerbröselten Lichtmaschinen-Lagergummis wurden ersetzt und die Maschine montiert.

Schrott
Schrott





sieht harmlos aus, aber man achte auf die Poren im Lot
sieht harmlos aus, aber man achte auf die Poren im Lot

Ein Übel
Ein Übel

Bauteile vorbereitet
Bauteile vorbereitet

verschweißt
verschweißt

und montiert
und montiert

04.11.2018 Hubert Enbergs

WWF Winterwagen Fulvia



Wintervorbereitung, HU und andere Kleinigkeiten

Seitdem das Auto bei uns ist, leidet es an einem eigenartigen Defekt. Scheinbar ohne nachvollziehbaren Grund springt manchmal der 2. Gang heraus, ganz selten auch der Rückwärtsgang.

Verdacht: Schaltgabel, Getriebeüberholung

Der Antrieb wartet mit ziemlich deutlichen Lastwechselschlägen auf.

Verdacht: Motor- und Hilfsrahmenlager verschlissen, Austausch

Eine Antriebswellenmanschette ist kaputt, Austausch

Es verschwindet Kühlwasser, obwohl „nichts undicht ist“.

Verdacht: Wasserpumpe, Austausch

Die Sache soll gründlich angegangen werden, das heißt, das Getriebe soll durch ein Tauschgetriebe ersetzt werden, damit man fahren kann, während das Original überholt wird. Also Antrieb raus und alles in eine rückenschonende Arbeitsposition bringen. Die Böcke sind zwar für einen anderen FZG-Typ entstanden, leisten aber gute Dienste.

















28.10.2018 Hubert Enbergs

Besucher der Woche, die blaue Stunde



Die Wolken hängen bis zum Boden, der Wind bläst durch die Kleider, feuchte Kälte zieht durch die Sohlen und der letzte Gin Tonic dieser Saison ist getrunken.

Muss man nun in Sack und Asche gehen, bis kurz vor Weihnachten der dichotome Sommer seine zweite Spitze ausbildet?

Auf keinen Fall. Man fährt ins Bergische, fachsimpelt ein, zwei, drei Stunden über die Hege- und Pflegearbeiten am ausgebauten Fulvia-Antrieb und zelebriert mal eine etwas andere „blaue Stunde“.

HOC brachte seine sehr dunkel blaue Fulvia Rallye 1.3S mit elementar schöner Innenausstattung und funktionierender Heizung auf die Farm. Mit dabei war ein reicher Erfahrungsschatz darüber, was jetzt an Motor, Getriebe und sospensione zu erledigen wäre. Eine schöne Arbeits- und Einkaufsliste ist das Ergebnis.

CF war gestern abend schon mit seiner klassenlosen Fulvia Berlina in "etaube" in gleicher Mission im EPI-Zentrum eingeschlagen, die hereinbrechende Dämmerung verhinderte aber eine Photosession. Das wird nachgeholt.



H. Enbergs

























03.10.2018 Hubert Enbergs

Flavia Bremskraft, letzter Akt



Die FFF-Bremsanlage wird schon seit Jahren europaweit mehr oder weniger erfolgreich in Stand gesetzt. Zur Verwendung kommen wahrscheinlich immer die gleichen italienischen Dichtungssätze der bekannten Händler. Zum Beispiel auch im Bremskraftverstärker.

In meinen Autos finden sich diese Dichtungen ebenfalls und sie funktionieren anfangs auch tadellos.

Aber nach vier bis fünf Jahren ist die Herrlichkeit vorbei. Zumeist nach der Winterruhe fällt das Bremspedal weit durch und die Bremswirkung ist fast völlig dahin.

So geschehen bei der Flavia, und bei TPs Flaminia Coupé und bei HNs Supersport. Weiterhin für viel Geld Dichtungen kaufen, die mit hinein konstruierter Obsoleszenz versehen oder einfach nur schlecht sind?

So kann das nicht weiter gehen.

Zur Analyse der vier Jahre alten Dichtung, wahrscheinlich aus einem minderwertigen EPDM:

- die Dichtlippen haben ihre Vorspannung verloren
- starke Verformung durch Aufquellen
- Innere Bohrung durch aufliegende Kolbenstange nicht mehr rund.

Gemeinsam mit einem Lieferanten wurde das Thema aufgenommen. Auf dem Wege des „reverse engineering“ wurde im ersten Schritt die alles entscheidende Stulpdichtung im Servo neu „entwickelt“. Zwei Dinge fanden besondere Berücksichtigung. Erstens wurde das Bauteil basierend auf einer originalen, neuen, Lancia Dichtung dimensioniert. Zweitens wurde der bedingt geeignete Werkstoff der herkömmlichen Dichtungen durch ein (für diese Anwendung) wesentlich besseres, aber deutlich teureres Material ersetzt.

Drei Probefertigungen waren notwendig, bis die Arbeit überzeugen konnte. Und das ist das Ergebnis:

- Quality made in Germany
- exorbitanter Preis
- Die Bremse beißt zu wie Ammoniak in der Nase.

PS: Der Referenz-Dichtungssatz wurde irrtümlicherweise deklariert als Rep-Satz für die Servolenkung der Milleotto angeboten. Wie schön, das den keiner haben wollte!

Ach, hier ist die Bremsflüssigkeit abgeblieben
Ach, hier ist die Bremsflüssigkeit abgeblieben

Introvabile
Introvabile

Servolenkung????
Servolenkung????

Quellung
Quellung

Gerade einmal vier Jahre alt!!!!
Gerade einmal vier Jahre alt!!!!

Aus der Form
Aus der Form





11.07.2018 Hubert Enbergs
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