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Aurelia B20 Kofferraumdeckel Teil 2

Der fast sechzig Jahre alte Rahmen des Kofferraumdeckels sah, gemessen an dem, was man aus den Siebziger-Achtziger Jahren von sechs Jahre alten Autos kannte, gar nicht schlecht aus.

Trotzdem, drei durchgerostete Stellen und flächige Korrosion sind keine Basis für eine neue Decke. Folglich wurde ein Teil des Rahmens neu angefertigt. Zumindest zu neunzig Prozent. Hätte sich im Gesamtkonzept auch gut gemacht. Was ich allerdings bei Annahme dieses Klein-Projekts nicht auf dem Schirm hatte, der Deckel hat ja seinen Gegenpart im Heck des Autos, und das ist nicht verfügbar. Die Kante des Deckels ist zwar durch die Krümmung recht steif, aber ein paar Millimeter vor und zurück sind immer möglich.

Mir wurde etwas kalt an den Füssen und ich entschied mich dafür, den offenen Teil des Rahmens zu strahlen und ihn zu reparieren. Die Aussenhaut war ja schon fertig und liess sich gut auf Stoss mit dem Altteil verschweißen. Die Verbindung zum Rahmen erfolgte wie im Original mit der Punktschweißzange.

Jetzt ist die Sache wieder rund, genau wie alles andere an der Aurelia.



So hält es auch
So hält es auch



Rahmen neu
Rahmen neu

Originalteil gestrahlt, wird wieder eingebaut
Originalteil gestrahlt, wird wieder eingebaut





02.09.2016 Hubert Enbergs

Aurelia B20 Kofferraumdeckel Teil 1

Anfang der Woche kam KA zu Besuch, um mal einen Blick in die Werkstatt zu werfen. Im Gegenzug tat ich selbiges mit dem Kofferraumdeckel der B20, der an der unteren Kante einige Pusteln zeigte.

Am besten beseitigt man solche Durchrostungen nicht mikroinvasiv, sondern nach dem Motto „gründlich bis ins Gesunde rausschneiden“. Da kommt es schon fast gelegen, dass der üppige Rahmen des Bauteils einer Klein-Klein-Lösung buchstäblich im Wege ist. Über den Rahmen wird später noch zu reden sein.

Um den optimalen Behandlungsplan aufstellen zu können, wird ein Patientenstatus erhoben. Das Alter und den allgemeinen Zustand des Patienten berücksichtigend, wird sodann folgendermaßen vorgegangen:

Als erstes wird die Haut großflächig abgezogen, also die Haut auf der (Blech)haut.

Danach werden die Reste mit der Drahtbürste entfernt

Sodann wird die chirurgische Linie gezogen. Hierbei wird berücksichtigt, dass die später zu erstellende Schweißnaht von der Rückseite so weit wie möglich zugänglich ist.

Dann werden mit dem Konturenabnehmer die ersten Bögen abgenommen, auf Schablonen wird weitgehend verzichtet, weil das Teil nicht so komplex ist.

Als nächstes erfolgt der Blechzuschnitt.

Das Werkstück wird im Folgenden dem Mirakel der Umformung solange unterzogen, bis es so aussieht wie die Vorlage.

Die endgültige Trennlinie wird am Deckel angezeichnet. Gleiches geschieht mit der Kontur des Werkstücks.

Das kanzerogene Gewebe wird entfernt und das Werkstück auf Einbaumaß zugeschnitten.

Zum Schluss wird ein Früh Sport getrunken.

Im zweiten Teil wird erläutert, was mit dem Rahmen des Kofferraumdeckels passiert und hoffentlich ein schönes Ende präsentiert.

Nur ein paar Bläschen
Nur ein paar Bläschen

Muttermal oder Melanom, das ist hier die Frage
Muttermal oder Melanom, das ist hier die Frage

Haut abziehen
Haut abziehen

Das ist nicht gutartig
Das ist nicht gutartig

Bei Aurelia ist alles rund
Bei Aurelia ist alles rund

Passende Rolle
Passende Rolle

Zuschnitt
Zuschnitt

etwas für die ganz kleinen Hämmerchen
etwas für die ganz kleinen Hämmerchen

Tja, irgendwie doof
Tja, irgendwie doof

Wie gut, das passender Ersatz im Lager ist
Wie gut, das passender Ersatz im Lager ist

Gestrahlt wird es nicht besser
Gestrahlt wird es nicht besser

Kann was werden
Kann was werden

20.08.2016 Hubert Enbergs

2.33 Vorläufiger Heckabschluss und Zwischenbilanz

Zum ersten Bild, man konnte 1967 bereits eine Drei-in-Eins-Anlage im Auto haben, will heißen drei Flaminiamotoren unter einer Haube. 7.5 Liter und weit mehr als dreimal so viel Muskeln.

Das rechte Seitenteil ist nun fertig und an der Karosserie angebracht. Vorher wurde noch eine Ecke und der Radkasten vervollständigt. Mit dem Glätthammer habe ich einigen Bereichen noch etwas mehr Vorspannung gegeben. Hilfreich waren ein paar neue Hammerköpfe aus Kunststoff und ein Werkzeughalter, der einen Knickwinkel erlaubt.

Es ist Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Nichts spricht gegen die evolutorische Entwicklung der eigenen Fähigkeiten. Und wenn ein Problem (nebenbei gesagt ein viel zu häufig verwendeter Begriff, wir sprechen gerne von ungenutzten Lösungen) sehr umfänglich erscheint, bietet sich der morphologische Kasten als Hilfsmittel an. Grob vereinfacht zerlegt man dabei ein Problem (schon wieder dieses Wort) in Teilprobleme (schon besser), für welche man dann Lösungen (na also) entwickelt.

Das dieses geschehen ist, konnte man an Bildern früherer Beiträge sehr schön sehen. Aaber . . . die Sache hat mit einer frustbedingten Pause von fast drei Monaten ein halbes Jahr in Anspruch genommen. Einige Bauteile wurden nicht nur einmal hergestellt, sondern wanderten gleich mehrfach in die Tonne. Und die Unwilligkeit des Werkstoffs, das zu tun, was ich wollte, führte manchmal zu Zuständen tiefer und anhaltender Verzweiflung.

Auf dem Tiefpunkt hatte ich sogar die Idee, einfach ein fahrbereites Coupé zu kaufen. Völlig irre!

Die Bilanz lautet folglich, viele Lösungen wurden genutzt (Probleme gelöst) und die eigenen Fähigkeiten mangels Alternative massiv erweitert. Aber für ein Coupé werde ich diesen Auwand nicht noch einmal betreiben. Ich hätte damals den Kommandowagen behalten sollen.

Nächste Woche geht es an die Frontpartie, dann nur noch die Türen, die Schwellen und den Boden, ist ruckzuck fertig, höchstens drei Jahre.




Abends um Zehn
Abends um Zehn

Da war noch was originales, weg damit
Da war noch was originales, weg damit







Das mußte auch noch raus (Scheibenrahmen)
Das mußte auch noch raus (Scheibenrahmen)



Wirklich nicht schlecht
Wirklich nicht schlecht



GT schön, Coupé noch schöner?
GT schön, Coupé noch schöner?

14.08.2016 Hubert Enbergs

Von Hebern und Hauern

Hängende Türen

Beobachtet man Lancia Fahrer beim Schließen ihrer Türen, erkennt man drei Grundtypen.

Der erste lässt die Tür nur aus eigener Kraft ins Schloss fallen, schließt ab, fertig. Das sind die Langweiligen.

Der zweite positioniert seinen Körper unauffällig aber elegant und präzise neben seiner Tür, hebt sie am Türgriff definiert an und führt den Zapfen ins Schloss. Das sind die Respektvollen.

Der dritte nimmt ordentlich Schwung und haut die Tür mit Karacho zu. Das knallt ordentlich und manchmal springt sie sogar wieder auf. Das sind Leute wie ich.

Dass dieses Einen nicht mit Stolz erfüllt, ist nachvollziehbar, auch deshalb weil sich das Problem so nicht lösen lässt. Im Gegenteil, ignoriert man das Thema zu lange, zertrümmert man auch noch Teile des Schließapparates.

Vorausgesetzt, die Tür wurde bei der Montage korrekt eingestellt, liegt die Ursache fast immer in verschlissenen Gelenken. Eine kleine Messung ergab beim GT folgendes Ergebnis. Ausgeleierte Bohrung des inneren Scharnierschenkels von 8,2 mm. Abgenutzter Bolzen von 7,9 mm, resultierend in 0,3 mm unerwünschtem Spiel.

Nehmen wir nun vereinfachend ein Scharnier und ermitteln den Kippwinkel, so ergibt sich eine Abweichung aus der Waagerechten von 0,286°. Bezogen auf eine 800 mm entfernte Schlossfalle ergibt sich nach Herrn Pythargoras eine „Hängung“ von 4 mm.

Nachdem die Tür ausgebaut ist, können die Gelenkbolzen entfernt werden. Beim GT finden sich aufwendige, zweiteilige, mit Schmierbohrung und spiralförmiger Schmiernut versehene Bolzen. Jahrzehntelanger Trockenlauf hat sie aufgerieben. Und im Werk ist niemanden aufgefallen, dass es erstens nix gebracht hat und man zweitens für fünf Prozent der Kosten einen einfachen Bolzen hätte machen können.

Nun besteht prinzipiell die Möglichkeit, die Bohrungen des Gelenks aufzubohren und einen dickeren Bolzen zu verwenden. Die Schwierigkeit ist, dass der türseitige Schenkel des Gelenks angeschweißt ist. Eine saubere Bohrung lässt sich frei Hand an der Tür nicht so leicht einbringen.

Die Lösung findet sich im Maschinenbau. Ersetzt man den alten Bolzen durch einen Spannstift, ist das Spiel im Gelenk dauerhaft eliminiert. Leider erkauft man sich dieses mit einer spürbar schwerer gehenden Tür. Aber bis zur nächsten Totalrestaurierung hat man Ruhe. Dann kann man ja Übermaß-Bolzen machen lassen . . .

aus Nimonic 80A, mit Lubri-Doppelhelix und Titankappe!

Wie schmiert man so etwas?
Wie schmiert man so etwas?

Links Cabrio, mitte ISO, rechts GT
Links Cabrio, mitte ISO, rechts GT

Schon deutliche Spuren an der Schlossfalle
Schon deutliche Spuren an der Schlossfalle

Gut gemeint, aber fruchtlos
Gut gemeint, aber fruchtlos

Linie perfekt
Linie perfekt

Auch hier
Auch hier

07.08.2016 Hubert Enbergs

La FLAMINIA !

Sachen mit „F“ (Fahrrad, Frau, Flaminia,...) verleiht man nicht! Hätte ich doch auf meinen alten Herrn gehört! Die Flaminia kam ohne Funktion des Drehzahlmessers aus dem Exil zurück. Schnell mal die Welle wechseln, aber das wars leider nicht. Der Antrieb hinten am Motor dreht nicht, wenn die Maschine läuft!

Im E-Teil Katalog zeigt sich die Technik im Detail doch komplizierter als gedacht: Drei schrägverzahnte Zahnräder treiben die Welle an. Da muss der Fehler sein. Glück im Unglück: das kleine Getriebe für den Antrieb der Welle kann man tatsächlich, ohne den Motor auszubauen, abschrauben.

Schnell zerlegt, zeigt sich Zahnausfall am mittleren Zahnrad aus Pertinax! Offensichtlich eine typische Schwachstelle, weil nirgendswo zu kriegen. Also ab zu Dirk mit seiner Zahnradeinzelanfertigungsmaschine. Leider ist schrägverzahnt zu schwer für seine Apparat. Also was nun?

Wir machen eine Exkursion in die Schweiz (Da gibt’s Spezialisten für Zahnräder und Uhren in Einzelanfertigung). Die Zahnradfabrik von Walter Grell, Rheinfelden (Schweizer Renn- und Asturafahrer) war zu. Bei Rolex schickte man uns in das neue Schweizer Uhren- und Technikmuseum in Biel. Und siehe da, es gibt da eine ausführliche Beschreibung, wie Uhrenmanufakturen Zahnräder per Hand bauten und mit dem Aufkommen von der Fließbandfertigung von Zahnrädern in Konkurs gegangen sind. Ich will jetzt auch ein Zahnrad selbst bauen, ja!

Materialauswahl: Pertinax? Kunststoff? Dirk gibt mir 30er Aluminium rund mit. Auf der Drehbank wird ein etwas größerer Rohling 26,5 x 7,6 mit 13er Loch für die Buchse gedreht.

Fürs Fräsen der Zähne benötigt man 1. eine Frässcheibe mit dem richtigen Profil. 2. Einen kippbaren ( für die „Schräge“) Teilapparat mit 20 Grad – Teilung (18 Zähne) und etwas Geduld. Der erste Zahn dauert am längsten, danach flutscht es, und das erste selfmade Zahnrad sieht richtig gut aus.

Natürlich muss noch touchiert und ein wenig mit der Feile nachgearbeitet werden, aber das war bei Rolex früher auch nicht anders. Mit dem Akkubohrer wird der Trockentest durchgeführt. Alles super! Der Abstand des neuen Rades zum Motor kann noch durch verschieden dicke Dichtungen bequem auf wenig Spiel eingestellt werden, dann geht’s zum Probelauf und wenn der Regen aufhört zur Probefahrt! Also, geht doch! Leider stellte ich später fest, dass man das nun unbezahlbarer Stück bei C. im Internet bestellen kann, man muss nur bei „Aurelia“ schauen, da gibt es bei der 6. Serie erstaunlicherweise dasselbe Zahnrad fertig zu kaufen. ...

In der nächsten Folge werde ich über den Bau meines ersten Getriebes berichten, das gibt’s doch nicht!

P.S.: Bestellungen können auf Grund der starken Nachfrage leider nicht mehr angenommen werden. Das Rad ist rund,...und muß nicht neu erfunden werden!

Autor: GS

Name und Person dem Veröffentlicher bestens bekannt

Drehzahlmesser streikt!
Drehzahlmesser streikt!

Da is wohl de Well im Mors
Da is wohl de Well im Mors

Die Welle ist hinten am Motor zu ertasten
Die Welle ist hinten am Motor zu ertasten

Das wars schon mal nicht
Das wars schon mal nicht

catalogo di ricambi - unersetzlich!
catalogo di ricambi - unersetzlich!

Ah so!
Ah so!

Sektion bringt Erkenntnisgewinn
Sektion bringt Erkenntnisgewinn

Zahnausfall beim schrägverzahnten Perinaxzahnrad
Zahnausfall beim schrägverzahnten Perinaxzahnrad

20° Verzahnung
20° Verzahnung

vermessen
vermessen

30er Aluminium Rundmaterial
30er Aluminium Rundmaterial

Etwas Über- ist besser als Untermass
Etwas Über- ist besser als Untermass

13er Loch für die Bronzebuchse
13er Loch für die Bronzebuchse

Eine Aluscheibe entsteht
Eine Aluscheibe entsteht

Die Aufnahme für den Alurohling ist schnell gebaut
Die Aufnahme für den Alurohling ist schnell gebaut

Anfasen
Anfasen

Teilapparat auf 20° einstellen
Teilapparat auf 20° einstellen

Fräser ausrichten
Fräser ausrichten

Erste Zahnlücke
Erste Zahnlücke

Ein Zahn nach einer Stunde fertig
Ein Zahn nach einer Stunde fertig

Es geht voran
Es geht voran

360° sind 18 Zähne
360° sind 18 Zähne

Entgraten
Entgraten

Buchse wird verstemmt
Buchse wird verstemmt

Der Abstand kann bequem über die Dichtung (6) eingestellt werden
Der Abstand kann bequem über die Dichtung (6) eingestellt werden

Touchieren
Touchieren

Testlauf trocken
Testlauf trocken

Löpt allwedder!
Löpt allwedder!

Probefahrt
Probefahrt

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