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Keine 4000 Tage



sind rum und schwupps ist die Karosserie fertig und auf dem Weg zum Lackierer.



02.02.2021 Hubert Enbergs

Ein neues Dach über dem Kopf





Heute wurde ein ganz besonderer Scheunenfund geborgen. Genaugenommen ist es ein Kellerfund, aber „barnfind“ klingt einfach mehr nach Düsternis, Staub, Stacheldraht und Tetanus.















In einem unscheinbaren Dörfchen an der Korngrenze zwischen Ruhrpott, vertreten durch die Zeche Fürst Leopold, und Münsterland, vertreten durch den Kartoffelbauern Onkel Jupp, verschaffte ich mir heute mit schmeichlerischen Worten und artigen Höflichkeiten Zugang zu den Kellerräumen im Hause eines älteren, alleinstehenden Herren. Ich folgte einem vagen Hinweis, der nach einem Scherz klang, denn das ganze Umfeld sah nicht nach einer Lancialiebe sondern eher nach Elstern fangen mit der selbstgebauten Falle aus.

Das behutsame Recherchieren und ebensolches Handeln, vereint mit dem Hinweis an den alten Herren, ich würde ihm helfen Teile seines Kellers aufzuräumen, förderte ein originales Lancia Hardtop zutage, absolut unverbastelt, augenscheinlich so gut wie nie montiert. Nur der Mürb hatte in den letzten sechzig Jahren etwas daran geknabbert.

Wie weitere Forschungen ergaben, war das Dach 1976 weggepackt worden, als das Trägerfahrzeug zermürbt war und abgemeldet wurde. Die letzten 30 Jahre verbrachte es im Keller des kleinen Häuschens des alten Mannes, in Sichtweite von Onkel Jupp und fast in Sichtweite von Fürst Leopold.
Ein Geheimnis gelüftet, ein Rätsel eröffnet, denn wie kommt ein deutscher Aufkleber auf ein italienisches Hardtop?

Apropos Aufkleber, den anderen habe ich von meiner Tochter zu Weihnachten bekommen, ich weiß aber überhaupt nicht warum😊.

Und noch etwas, mir ist bei der Sache ein assoziativer Fauxpas unterlaufen, der Erste, der mir sagt, welcher, bekommt eine Flasche feinsten norditalienischen Spumante, weiß oder Rosé. (Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte)




06.01.2021 Hubert Enbergs

Augenringe





. . . kann man sich holen, indem man sich abends mit zwei, drei Flaschen schlechten Rotweins coronar in die Ecke verzieht. Das tut am nächsten Tag richtig weh. Oder man sorgt dafür, dass der Augenring an anderer Stelle entsteht.

Der rechte Scheinwerferrahmen unserer Fulvia ist in ziemlich schlechtem Zustand. Das Bauteil ist stellenweise soweit abgeschliffen, dass das Alu-Blech zu reißen droht. Das Rähmchen ist sehr liederlich gefertigt, die Spalte zur Karosserie sind haarsträubend und mit der Kühlergrillkante hat es mal gerade gar nichts am Hut.





Besonders schwierig ist das Teil nicht, bis auf eine Eigenheit. Es ist acht Zentimeter tiefgezogen und das ist für die Bauteilgröße eine Hausnummer.
Der tiefen Form nimmt man den Schrecken oft dadurch, dass man das Bauteil aus mehreren Blechen zusammensetzt. Geschickt gelegte Nähte reduzieren den Umformgrad erheblich. Man erkauft sich diesen Vorteil aber mit Schweißnähten, die sehr präzise sein müssen und viel Feinarbeit erfordern, um sie unsichtbar zu machen.

Der erste Versuch einer Nachfertigung erfolgte genau nach dieser Methode. Freihand zugeschnitten kam es wie es kommen musste, an einigen Ecken fehlte Material. Die intensive Bearbeitung, insbesondere mit dem Schrumpfgerät, führt zu unschönen Oberflächen, die genau wie die Schweißnaht viel Zeit für Nacharbeit verschlingen.

Es sollte möglich sein, das Teil aus einem Stück zu fertigen. Hierfür soll eine Klopfform gebaut werden und zwar nicht aus Holz, sondern aus Formmasse. Einfacher Zement ist eventuell nicht fest genug, deshalb fällt die Wahl auf einen extrem festen Modellierzement. Die Verarbeitbarkeit gibt allerdings Rätsel auf.

Aus den Resten eines Kinderbetts wird ein einfacher Rahmen gebaut. Die Abformvorlage soll auf einem Gestell aus Draht liegen, welches von der Formmasse umschlossen wird. Die Masse hat bei der vom Hersteller genannten Wasserbeimischung etwa die Konsistenz von Harry Wijnvords Slimfast.







Das funktioniert überhaupt nicht, die Vorlage würde in der Masse eintauchen und nicht mehr zu entfernen sein.
Also wird der Feststoffanteil soweit erhöht, dass die Masse modellierbar wird. Das Ergebnis ist, das die Aushärtung viel zu schnell beginnt und das Einbetten der Vorlage misslingt.







Beim zweiten Versuch wird die Vorlage vorher in den Rahmen eingelegt und die Zwischenräume mit Klebeband abgedeckt. Der Zement wird fließfähig eingestellt. Zudem wird aus Maschendraht eine Armierung angefertigt, die in die Füllung eingebettet wird. Nachdem die Form ausgehärtet ist, wird etwas nachgearbeitet, so richtig perfekt ist das Ergebnis aber noch nicht. Manche Dinge werden dadurch, dass man ausgiebig über sie spricht auch nicht besser, also machen wir es kurz. Trotz thermischer Vorbehandlung und Einsatz all der jahrelang gesammelten Erfahrungen ließ das Blech sich zwar in die Form treiben, riss aber nach sieben von acht Zentimetern Umformung auf ganzer Länge auf. Frust, Frust, Frust!

Die geschweißte Ausführung sieht so gesehen gar nicht mal so schlecht aus.








Das missglückte Tiefziehteil wollte ich nicht auch noch fotografieren. Das tut nämlich auch weh.

Es bleibt eine unvollendete Aufgabe. Um meinen Frust abzubauen, restauriere ich das Dach vom Unimog. Da kommt es auf ein paar Zehntel nicht an!!



11.12.2020 Hubert Enbergs

Fräulein Abarth geht in die Stadt -update-





. . . und weil sie diesmal weder neue Schuhe noch eine neue Tasche braucht, steckt wohl etwas anderes dahinter. Carla lebt sehr zurückgezogen und ländlich, nach den Königsalleen dieser Welt steht ihr selten der Sinn. Aber alle zwei Jahre führt kein Weg am Besuch von Herrn Dörner, ihrem Leibarzt, vorbei.

In der Vergangenheit ergab der Checkup immer ein Däumchen, nach oben versteht sich. Doch dieses Mal blieb dem ansonsten sehr einfühlsamen und wohlwollenden Herrn Dörner keine Wahl. Bremsleuchten außer Funktion, Rückfahrleuchten außer Funktion, Spurstangenköpfe verschlissen, und dann versenkte sich noch ein Arm der Hebebühne in Carlas Körper. Da nützte es nichts, dass die Brems- und Abgaswerte erstklassig waren.

Und dabei hatte sie nach langem Suchen endlich originale, neue Nebelscheinwerfer bekommen!



Nützt nix, zurück in der ländlichen Behausung muss der Körper auf Vordermann gebracht werden. Dabei fallen zwei Aspekte besonders auf. Erstens die exzessive Verwendung von Kunststoff. Radhausschalen, Radläufe, Einstiegsleisten, Verkleidungen und Dübel, alles aus Plastik. Nach 35 Jahren Evaporation der Weichmacher stellen diese Teile eine fast unbrauchbare Sammlung an Müll dar.

Zweitens die Karosserie an sich. Obwohl der Wagen nur an der genannten Ecke Durchrostungen aufweist, biegt sich die Hülle auf der Hebebühne wie eine Banane. Beide Türen klemmen in ihren Ausschnitten. Aber gut, das nehmen wir hin, vorne drücken schließlich siebzig Pferde aufs Gewicht. Gutes Stichwort, Gewicht und mithin Material wurde sehr minimalistisch eingesetzt. Die Türschwellen und der Boden sind so dünn, dass sie nur mit der allerkleinsten Schweißgeräteeinstellung so eben schweißbar sind. Anders ausgedrückt, Formkorrekturen ließen sich teilweise mit dem Daumen und ohne Hammer durchführen.

Und weil bei der Herstellung alles so billig sein mußte, gab es nur eine ganz kleine Tüte Schweißpunkte pro Karosse, mit der die Arbeiter auskommen mußten. Also setzten sie gefühlt nur alle zehn Zentimeter Einen.

















05.11.2020 Hubert Enbergs

2-54 Dekoration





Unter der Heckstoßstange des Coupés findet sich eine Blende, die dafür sorgt, dass die Unterseite des Karosseriekörpers optisch nach hinten fortgeführt wird. Je nach Ausführung der Endrohre finden sich Aussparungen in der Blende, beim 2.5 1C liegt diese seitwärts hinten rechts.
Da die Blende beim Bugattiwagen irgendwann einmal verloren gegangen ist, musste sie neu angefertigt werden. Dank freundlicher Unterstützung durch CC, der sein Fahrzeug als Referenz zur Verfügung stellte unterstützt durch Maßskizzen, die ich in Wien gemacht habe, ließen sich die beiden Teile gut nachbauen.







Der üppige Zierrat soll vor der Lackierung einmal, soweit möglich, montiert werden, um böse Überraschungen und aufwendige Nacharbeit nach der Lackierung zu vermeiden. Die großen Dachleisten an den Seiten sind mit am Dach verschraubten Knöpfen und Federspangen befestigt. Die alten Knöpfe sind, ganz Lancia typisch, Verbundbauteile bestehend aus einer Blechkappe mit hinein vulkanisiertem Gummi.

Ich habe in den letzten Jahrzehnten schon oft Lancia typische Lösungen betrachtet, analysiert und nachvollzogen . . . aber das hier hinterlässt mich einsam und Rat suchend.

Der alte Krempel ist auch nach neuer Verzinkung nicht wirklich brauchbar. Die Federklemmen lassen sich als Kopie neu anfertigen, aber für die Knöpfe muss etwas anderes her. Die Entscheidung fällt auf POM, lässt sich gut zerspanen, ist leicht verfügbar und fest genug um die Klemme zu halten.







An der Werkstattausrüstung hat sich auch noch etwas getan. Nachdem die FP3 Anfang des Jahres einen Schaden erlitten hatte, wurde sie in der Firma ausgemustert und ersetzt. Zum Verschrotten war sie aber zu schade. Also siedelte sie kurzerhand auf die Farm um, wo ich mich auf die Fehlersuche begeben habe, eine Expedition zu Quellen des Nils, wenn man so möchte. Ohne Unterlagen machte ich mich „stromaufwärts“ auf die Reise um nach einigen Verirrungen und Verwirrungen mehreren Tagen unermüdlichen Suchens tatsächlich die fast versiegte Stromquelle und somit die Ursache des Versagens zu finden. Materialaufwand zur Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft 20 Euro.





18.10.2020 Hubert Enbergs
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