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Besucher der Woche, Flaminia Barchetta

Große Foto-Love-Story Teil 1

Carlo Timossi war Chefkonstrukteur bei der Bootswerft Riva, als er sich mit seiner eigenen Werkstatt selbständig machte. Dass er als Standort des Unternehmens nicht Duisburg Ruhrort sondern Azzano in der Gemeinde Tremezzo am Comer See wählte, ist nachvollziehbar, zumindest wenn man beide Orte schon einmal aus der Nähe gesehen hat.

In seiner exklusiven Manufaktur entstanden außergewöhnliche und hervorragend verarbeitete Holzboote für verschiedene Anwendungen. So konnte man sich hier für den kurzen Weg hinüber zum Abendessen nach Bellagio ein rassiges Boot zimmern lassen, in dem auch die Frau und zwei Wohlerzogene noch Platz fanden. Oder der Herr des Hauses entschied sich für einen monoposto, der seinem extrovertierten Charakter noch etwas Verwegenes hinzufügte.

Eine verschwindend kleine Zahl dieser Renner erhielt Flaminia-Motoren. Eines davon gehört TA aus der Schweiz. Es ist oft bei Veranstaltungen im Einsatz und befand sich nach einer Ausstellung in Berlin zu Pflegearbeiten bei Beelitz und Maibuhr in Schönebeck an der Elbe.

Die in den Augen des Automobilisten höchst ausgefallene Betriebsmethode, Vollgas geradeaus, ohne Wasserpumpe und Kühler*, hat Spuren hinterlassen. Und da die Macher aus Schönebeck ohnehin Richtung Krefeld unterwegs waren, lieferten sie das hydroplane kurzerhand im winterlichen EPI-Zentrum ab.

Das Boot besitzt auf seiner Oberseite vier Ösen und das entsprechende Hebegeschirr ist an Bord. Die Hallendecke und der 2,5 Tonnen Kettenzug hatten ihre Bewährungsprobe bereits beim Abladen des Kraftformers bestanden. Da das Boot exakt die Hälfte des Kraftformers wiegt, schien es eine leichte Aufgabe zu sein, den Renner vom Hänger zu heben. Leider zeigte es sich, dass die Aufbauhöhe von Trailer, Boot, Hebegeschirr und Eigenhöhe des Zuges eine höhere Aufhängung erforderten als in der Halle möglich. Die einzige Möglichkeit, Verkürzung des Hebegeschirrs, wurde verworfen. Die Gefahr, die Ösen aus dem filigranen Sperrholzaufbau zu reißen, erschien zu groß.

Stattdessen wurde das Boot mit der Hebebühne vom Anhänger gehoben und mittels Lenkrollen manövrierbar gemacht.

* Hierzu vielleicht später mehr

Wie bekomme ich es vom Trailer?
Wie bekomme ich es vom Trailer?















17.12.2017 Hubert Enbergs

2.44 Stauchen mit Ecki



Die Türschwellen des Autos sind meine Obsession. Sie besitzen nur eine einzige gerade Kante, was von den meisten Restaurieren schlicht übersehen wird. Von unten gesehen ist das Blech mit dem geraden Steg am Boden verbunden, aber die Sichtkante außen besitzt einen Schwung, welcher dem „bauchigen“ Karosseriekörper folgt. Demzufolge ist auch die obere Kante, die später hinter der Zierleiste verborgen ist, gekrümmt, wenn auch nur um ein paar Millimeter.

Die vordere und die hintere Endspitze ist, wie leicht zu sehen, ebenfalls gebogen. Ferner laufen sie ohne Knick nach innen aus.
Diese aus meiner Sicht äußerst wichtige Kontur sollte unbedingt originalgetreu nachgebaut werden, was angesichts der rudimentären Vorlagen nicht so einfach war. Glücklicherweise hatte ich in Wien an einem absolut originalen Auto Skizzen abgenommen und einige Fotos gemacht.

Es sollte zuerst eine möglichst genaue Schnittvorlage und daraus ein Prototyp angefertigt werden. Erst im dritten Schritt sollte das verwendbare Bauteil entstehen, wobei die Praxis nachher so aussah, dass der Prototyp ein, zwei Arbeitsschritte voraus war, während das Bauteil schon folgte.

Beim Prototypen wurde bezüglich der unteren beiden Kantungen eine Reihenfolge gewählt, die erfolgversprechend war. Im Ergebnis kam eine Banane heraus, die nur mit enormem Aufwand hätte gerichtet werden können. Das finale Teil entstand mit einer geänderten Arbeitsfolge und ohne Verzug.

Irgendwie ist mir während dieser Zeit ein Eckold Kraftformer zugelaufen. Legendärer Apparat, leider nicht so richtig leicht zu bewegen. Andere Geschichte!

Der Brocken ist älter als unsere Fulvia, wurde aber mit einem Facelift bis 2014 gebaut. Obwohl beim Verkäufer Probe gefahren, flog in der Werkstatt immer der RCD (früher FI-Schalter) raus.

Hurra, eine brachliegende Lösung!!!! (Problem sagen wir ja nicht)

Exkurs: die elektromechanische Trommelbremse(!) des Spindelantriebs wird von einer der drei Phasen des Getriebemotors mitversorgt. Eigentlich klug, sobald der Motor anläuft, lösen sich die Backen von der Trommel. Das mag aber der neumodische FI-Schalter überhaupt nicht, „misst“ er doch, ob eine der drei Phasen einen abweichenden Strom gegen Masse aufweist (Bitte an die Elektriker, einfach weiterlesen, es ist alles ein klein bisschen anders, das weiß ich, wäre aber eine Story fürs Elektriker-Forum).

Darüber hinaus war die Bremse festgegammelt, was auch nie gut ist.

Die Lösung: eine kleine Schaltungsänderung im Sinne heutiger Elektrotechnik, klassischer FZG-Service an der Bremse und datt Ding geht widder.

Zum Schluss ist die Schwelle fast fertig und es gibt ein Video über erste Gehversuche mit einem Kraftformer aus dem Alten Testament.






Fast wie ein fränkischer Osterbrunnen, mit bunten Bändern
Fast wie ein fränkischer Osterbrunnen, mit bunten Bändern

Auf Europalette . . .
Auf Europalette . . .

. . . geht gar nicht!
. . . geht gar nicht!

So bleibt beim Hurrikan das Dach auf der Halle
So bleibt beim Hurrikan das Dach auf der Halle

Allein eine Story wert, das Werkzeug
Allein eine Story wert, das Werkzeug

Nur mit Bremse fein justierbar
Nur mit Bremse fein justierbar



Aurelie ist begeistert, ein junger Kerl in der Halle
Aurelie ist begeistert, ein junger Kerl in der Halle

Videostudio
Videostudio

Die Drei von der Türschwelle
Die Drei von der Türschwelle





23.11.2017 Hubert Enbergs

2.43 Die Türen 3

Die Fahrertür ist nun fertig. Lediglich ein kleiner Überstand verbleibt, damit mit dem Lackierer abgestimmt werden kann, wieviel "Bruttospalt" er benötigt um ein perfektes Spaltmaß zu erhalten.

Als nächstes geht es zur Türschwelle. Bei den meisten restaurierten Coupés ist sie unsachgemäß als gekantetes Blech gemacht, obwohl Zug und Fallung des Karosseriekörpers ganz konsequent bis in dieses Bauteil hinein gehören. Gar nicht so einfach! Bei einem Besuch in Wien in diesem Frühjahr hatte ich Gelegenheit das original erhaltene Coupé von JW nicht nur Probe zu fahren, sondern ich konnte auch wichtige Skizzen von den Endspitzen der Schwelle anfertigen mit deren Hilfe nun perfekte Abschlüsse des Bauteils entstehen sollen.

Zwischendurch entstand noch ein neuer Holzklotz mit Mulden für tiefe Formen und Handschrumpfen.

Das hätte man auch einfacher bauen können
Das hätte man auch einfacher bauen können





Bescheidene Vorlage für die neuen Schwellen
Bescheidene Vorlage für die neuen Schwellen

Man erahnt den Bogen
Man erahnt den Bogen





the stump
the stump

14.09.2017 Hubert Enbergs

2.42 Die Türen 2

Der Plan, nur die angefressenen Stellen des Fahrertürrahmens zu reparieren, war wegen der festgestellten Bruchstellen hinfällig, siehe oben. Stattdessen wurden alle Verbindungen der vorderen Türsäule aufgetrennt und jedes einzelne Teil neu angefertigt. Die vorgefundene Fertigungsqualität war ernüchternd.

Damit die sechzehn Teile vernünftig zusammen gesetzt werden konnten, wurde noch ein spezielles Fingerpaar für die Punktschweißzange gemacht. Selbst die Verstärkungen der acht Bohrungen in einem der Bleche wurden nachgebaut. Hierzu war es erforderlich, ein einfaches Presswerkzeug zu machen.

Die Bohrungen verteilen sich genau wie bei der Vorlage nach dem Zufallsprinzip.


dimple die
dimple die















05.09.2017 Hubert Enbergs

2.41 Die Türen

sind oberflächlich gesehen nichts anderes als Verschlussklappen für bewusst im Objekt belassene Öffnungen. Bildlich gesehen ermöglichen sie Zugang zu vielen Dingen, idealerweise zum Herzen eines angebeteten Menschen. Oder sie eröffnen den Zugang zum Bewusstsein oder gar höheren Ebenen desselben. Das dann gerne in Verbindung mit einem gut gerollten Rauchmittel.

Sie sind auch der Name meiner Lieblingsband aus meiner Sturm- und Drangzeit. „Riders on the Storm“ bei schummrigem Licht und nicht ganz allein in meiner winzigen Studentenbude, das erschien damals nicht steigerungsfähig.

Oder sie treiben einen schlichtweg in die Verzweiflung. Erst ein Blech, dann zwei dann drei … dann sechzehn.

Die Haut war vor dem Sandstrahlen bereits vom durchgerosteten Unterteil befreit worden, eher ein Fehler, wie sich herausstellte, weil die nun frei im Raum stehende Kante sich durch den Beschuss mit Strahlmittel gelängt hatte und unbrauchbar geworden war. Die Ankerplatten im Türrahmen weisen einige Risse auf. Wahrscheinlich waren die Scharnierbolzen festgerostet.

























29.08.2017 Hubert Enbergs
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