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2.46 Das Zeichenbrett

Die Digitalisierung hat unser Leben bereichert, aber es auch um einiges ärmer gemacht. So wurde das Zeichenbrett mit Stumpf und Stiel hinweggerafft.

Bis auf das eine, welches beim Firmenumzug auf der Farm landete.

Beim Anfertigen von großen zusammengesetzten Blechen kommt der Einzeltäter sehr schnell an seine Grenzen, es sei denn er ist in direkter Linie Abkömmling der hinduistischen Göttin Kali.

Dem Zeichenbrett wurde das Brett entfernt und stattdessen zwei Oktopus-Traversen montiert. Zudem gab es einen Satz Lenkrollen.

Das alte rechte hintere Seitenteil, für welches ja bereits ein Ersatz neu angefertigt worden war, wurde auf der EPI-Tektonik-Platte befestigt.
Nun können Glättarbeiten mit der Handfaust und dem Hammer erledigt werden, ohne dass das Werkstück bei jedem Schlag auf der Werkbank umherwandert. Die Arbeitshöhe ist per Fuß-Pedal einstellbar und die Arbeitsebene ist schwenk- und arretierbar.

Zu verschweißende Bleche können nun in der korrekten Flucht positioniert werden, so dass sie nachher auch tatsächlich ans Auto passen.

PW war zu Besuch und brachte ein sehr schönes Stück zur Lokalhistorie mit, siehe Bild 1. Nochmals vielen Dank! Nebenbei gab es noch ein paar sehr hilfreiche Tipps zur Verbesserung von Schweißnähten, auch dafür vielen Dank.

Hubert Enbergs

Deutscher Lehrmittel Verlag
Deutscher Lehrmittel Verlag











Neuer Platz für die Richtplatte
Neuer Platz für die Richtplatte



Das Schlauchpaket hat schon immer gestört,
Das Schlauchpaket hat schon immer gestört,

jetzt verschwindet es hinter der Werkbank
jetzt verschwindet es hinter der Werkbank

Der Gewinn an Ergonomie ist nicht zu beschreiben
Der Gewinn an Ergonomie ist nicht zu beschreiben



04.05.2018 Hubert Enbergs

2.45 Die Türen 4

Nun geht es an die Beifahrertür. Damit ich nicht genau das Gleiche machen muss wie auf der Fahrerseite, hatte die Tür dankenswerterweise ein anderes Schadensbild entwickelt als das Gegenstück.

Das Rahmenvorderteil ist weitgehend intakt, stattdessen ist das hintere Teil nicht mehr schön. Der Rahmenboden ist ebenfalls fällig. Hinzu kommt das Türblatt.

Die Teile werden an den originalen Schweißnähten abgetrennt. Für die unzugänglichen Stellen wurde ein Geradschleifer mit Fingerfräser verwendet. Danach konnten die Bleche auseinander und zusammen gesteckt werden wie LEGO Steine. Zur Vorsicht erhielt das Skelett eine Handvoll Verstärkungen.

Besonders hilfreich war die Sickenmaschine, mit der die nur ganz leicht gebogene Unterkante des Türrahmens hergestellt wurde. Eine Kantung mit der Biegemaschine hätte hier kein brauchbares Ergebnis gebracht.

Die Löcher und Durchbrüche müssen noch gemacht werden und die Haut fehlt ebenfalls. Die Türschwelle mit originalgetreuen Wagenheberaufnahmen und verbesserten Drainagerohren ist hingegen schon fixiert.
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Exkurs für Nutzfahrzeugliebhaber
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Ziemlich genau vor einem Jahr war der Gedanke aufgetaucht, nach einer Gaggenauer Zugmaschine mit Hilfsladefläche zu suchen. Das Angebot ist vielfältig, aber es gab ein durchdachtes Anforderungsprofil:

U900, (BM 406.121),Motor OM 652, Scheibenbremsen, Dreiseitenkipper, Schmidt-Anbauplatte, Räumschild, Frontlader, Zapfwelle vorne und hinten, Heckkraftheber. . . . Mähwerktauglich!

Und genau so wurde er dann angelandet, ein reichlich patiniertes Arbeitstier mit dem richtigen Maß an Restaurierungspotential. Der ideale Farmbewohner!


Schweissnähte in den Ecken entfernen
Schweissnähte in den Ecken entfernen

was soll man sagen, Bruch allenthalben
was soll man sagen, Bruch allenthalben

Verfeinerte Schablonentechnik, nur 3 mm Zugaben
Verfeinerte Schablonentechnik, nur 3 mm Zugaben

Ausgeformt
Ausgeformt

und abgekantet
und abgekantet

fast fertig
fast fertig



Bis zu 6 Tonnen pure Niedlichkeit
Bis zu 6 Tonnen pure Niedlichkeit

Das Kennzeichen zeigt, er gehört zur Familie
Das Kennzeichen zeigt, er gehört zur Familie

obwohl es kein FLumimog ist
obwohl es kein FLumimog ist

04.03.2018 Hubert Enbergs

2.44 Stauchen mit Ecki



Die Türschwellen des Autos sind meine Obsession. Sie besitzen nur eine einzige gerade Kante, was von den meisten Restaurieren schlicht übersehen wird. Von unten gesehen ist das Blech mit dem geraden Steg am Boden verbunden, aber die Sichtkante außen besitzt einen Schwung, welcher dem „bauchigen“ Karosseriekörper folgt. Demzufolge ist auch die obere Kante, die später hinter der Zierleiste verborgen ist, gekrümmt, wenn auch nur um ein paar Millimeter.

Die vordere und die hintere Endspitze ist, wie leicht zu sehen, ebenfalls gebogen. Ferner laufen sie ohne Knick nach innen aus.
Diese aus meiner Sicht äußerst wichtige Kontur sollte unbedingt originalgetreu nachgebaut werden, was angesichts der rudimentären Vorlagen nicht so einfach war. Glücklicherweise hatte ich in Wien an einem absolut originalen Auto Skizzen abgenommen und einige Fotos gemacht.

Es sollte zuerst eine möglichst genaue Schnittvorlage und daraus ein Prototyp angefertigt werden. Erst im dritten Schritt sollte das verwendbare Bauteil entstehen, wobei die Praxis nachher so aussah, dass der Prototyp ein, zwei Arbeitsschritte voraus war, während das Bauteil schon folgte.

Beim Prototypen wurde bezüglich der unteren beiden Kantungen eine Reihenfolge gewählt, die erfolgversprechend war. Im Ergebnis kam eine Banane heraus, die nur mit enormem Aufwand hätte gerichtet werden können. Das finale Teil entstand mit einer geänderten Arbeitsfolge und ohne Verzug.

Irgendwie ist mir während dieser Zeit ein Eckold Kraftformer zugelaufen. Legendärer Apparat, leider nicht so richtig leicht zu bewegen. Andere Geschichte!

Der Brocken ist älter als unsere Fulvia, wurde aber mit einem Facelift bis 2014 gebaut. Obwohl beim Verkäufer Probe gefahren, flog in der Werkstatt immer der RCD (früher FI-Schalter) raus.

Hurra, eine brachliegende Lösung!!!! (Problem sagen wir ja nicht)

Exkurs: die elektromechanische Trommelbremse(!) des Spindelantriebs wird von einer der drei Phasen des Getriebemotors mitversorgt. Eigentlich klug, sobald der Motor anläuft, lösen sich die Backen von der Trommel. Das mag aber der neumodische FI-Schalter überhaupt nicht, „misst“ er doch, ob eine der drei Phasen einen abweichenden Strom gegen Masse aufweist (Bitte an die Elektriker, einfach weiterlesen, es ist alles ein klein bisschen anders, das weiß ich, wäre aber eine Story fürs Elektriker-Forum).

Darüber hinaus war die Bremse festgegammelt, was auch nie gut ist.

Die Lösung: eine kleine Schaltungsänderung im Sinne heutiger Elektrotechnik, klassischer FZG-Service an der Bremse und datt Ding geht widder.

Zum Schluss ist die Schwelle fast fertig und es gibt ein Video über erste Gehversuche mit einem Kraftformer aus dem Alten Testament.






Fast wie ein fränkischer Osterbrunnen, mit bunten Bändern
Fast wie ein fränkischer Osterbrunnen, mit bunten Bändern

Auf Europalette . . .
Auf Europalette . . .

. . . geht gar nicht!
. . . geht gar nicht!

So bleibt beim Hurrikan das Dach auf der Halle
So bleibt beim Hurrikan das Dach auf der Halle

Allein eine Story wert, das Werkzeug
Allein eine Story wert, das Werkzeug

Nur mit Bremse fein justierbar
Nur mit Bremse fein justierbar



Aurelie ist begeistert, ein junger Kerl in der Halle
Aurelie ist begeistert, ein junger Kerl in der Halle

Videostudio
Videostudio

Die Drei von der Türschwelle
Die Drei von der Türschwelle





23.11.2017 Hubert Enbergs

2.43 Die Türen 3

Die Fahrertür ist nun fertig. Lediglich ein kleiner Überstand verbleibt, damit mit dem Lackierer abgestimmt werden kann, wieviel "Bruttospalt" er benötigt um ein perfektes Spaltmaß zu erhalten.

Als nächstes geht es zur Türschwelle. Bei den meisten restaurierten Coupés ist sie unsachgemäß als gekantetes Blech gemacht, obwohl Zug und Fallung des Karosseriekörpers ganz konsequent bis in dieses Bauteil hinein gehören. Gar nicht so einfach! Bei einem Besuch in Wien in diesem Frühjahr hatte ich Gelegenheit das original erhaltene Coupé von JW nicht nur Probe zu fahren, sondern ich konnte auch wichtige Skizzen von den Endspitzen der Schwelle anfertigen mit deren Hilfe nun perfekte Abschlüsse des Bauteils entstehen sollen.

Zwischendurch entstand noch ein neuer Holzklotz mit Mulden für tiefe Formen und Handschrumpfen.

Das hätte man auch einfacher bauen können
Das hätte man auch einfacher bauen können





Bescheidene Vorlage für die neuen Schwellen
Bescheidene Vorlage für die neuen Schwellen

Man erahnt den Bogen
Man erahnt den Bogen





the stump
the stump

14.09.2017 Hubert Enbergs

2.42 Die Türen 2

Der Plan, nur die angefressenen Stellen des Fahrertürrahmens zu reparieren, war wegen der festgestellten Bruchstellen hinfällig, siehe oben. Stattdessen wurden alle Verbindungen der vorderen Türsäule aufgetrennt und jedes einzelne Teil neu angefertigt. Die vorgefundene Fertigungsqualität war ernüchternd.

Damit die sechzehn Teile vernünftig zusammen gesetzt werden konnten, wurde noch ein spezielles Fingerpaar für die Punktschweißzange gemacht. Selbst die Verstärkungen der acht Bohrungen in einem der Bleche wurden nachgebaut. Hierzu war es erforderlich, ein einfaches Presswerkzeug zu machen.

Die Bohrungen verteilen sich genau wie bei der Vorlage nach dem Zufallsprinzip.


dimple die
dimple die















05.09.2017 Hubert Enbergs
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