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2.40 Rückschritte und Fortschritte

Als letzter Stand der Arbeiten am Bugattiwagen war die Komplettierung des Vorderwagens gemeldet worden. Das war auch einen kurzen Moment lang so, bis auffiel, dass die Unterlippe der Schnauze zwar gut aussah, sie in vertikaler Richtung aber nicht den richtigen Winkel aufwies. Das durfte so nicht bleiben, ergo wurde das schöne neue Blech entfernt, das alte aus der Vorlagenkiste hervorgekramt und ein neues hergestellt.

Zum Einsatz kam die angetriebene Sickenmaschine, die nach langer Reise endlich auf der Farm angekommen ist. Hiermit lassen sich viele tolle Dinge machen, unter anderem lassen sich Bleche abkanten, deren Rand gebogen ist. Die erforderlichen Nacharbeiten erledigt man auf dem Schrumpf/Streckgerät.

Es kam auch ein Stück neues Blech zum Einsatz, welches sich später als kaum schweißbar herausstellen sollte. Die beiden neu erstandenen Tafeln werde ich wohl zu Mülleimerchen verarbeiten. Oder ich jage sie solange durch die Sickenmaschine, bis sie Kunst sind. Sachliches Fazit: Blech ist lange nicht gleich Blech, nur weil es die gleiche Stärke hat.

Im Frühjahr hatte ich Gelegenheit im Rahmen eines Wien-Besuchs eine echte Zeitkapsel zu bewundern, ein Flaminia Coupé in Originalzustand, in Würde gealtert, aber bei bester Gesundheit. Ein sensationelles Erlebnis, durfte ich doch für eine kleine Rundfahrt selbst ans Steuer!

Reisen bildet, und so brachte ich neben ein paar Maß-Schablonen, flugs im Herzen der Stadt am Straßenrand von der Zeitkapsel abgenommen, auch noch die Lösung eines drängenden Flaminia Coupé-Problems mit nach Hause.

Die sicher viele Flaministi (Flaminiasti?) schon lange quälende Frage lautet: wozu ist das gezeigte Blech an der Innenseite des Vorderkotflügels kurz vor der A-Säule gut? Die Antwort: Kotflügelverstärkung dort, wo das Wagenheberkissen gegen denselben drückt. Wer das bei der Restaurierung weg lässt, der kann gleich von vorne anfangen!

Mittlerweile sitzt der Vorderwagen endgültig wieder an seinem Platz und die nächste harte Nuss in Form der Fahrertür liegt auf dem Tisch. Wenn es zu hart wird, kann ich immerhin für eine Weile einer hübschen Dame beim Bootfahren zuschauen.

Schwer zu erkennen ist sie ja nicht.



Schablone mit noch mehr Sorgfalt
Schablone mit noch mehr Sorgfalt





Wofür nur?
Wofür nur?

Dafür!
Dafür!

Was nütz die Haut ohne Knochen
Was nütz die Haut ohne Knochen

Windsbraut
Windsbraut

17.08.2017 Hubert Enbergs

2.39 Meilenstein

Der Vorderwagen ist nun wieder in einem Stück. Sieht alles noch einigermaßen rauh aus, aber das täuscht. Mit neuer Schleifausrüstung läßt sich das schnell ändern.

An der Fahrertür hat der Schneider bereits Maß genommen und ein wenig Umformung hat stattgefunden. Hier kam einer der Tipps von PW zur Anwendung, beim Arbeiten mit der Rollenstreckmaschine um das Werkstück herum einen Rahmen zu belassen. Siehe da, mit genügend Geduld entsteht wirklich eine Türhaut. Ähnlichkeiten mit der Vorlage sind beabsichtigt. Es fehlt aber noch die Feinarbeit und die Sicke.

Diese soll mit einer neuen Sickenmaschine gemacht werden, aber wieder einmal hat jemand anderes (der Lieferant) erheblich mehr Gelassenheit als ich, will heißen das Ding kommt und kommt nicht.

Hubert Enbergs

I see faces
I see faces





liederliches Blechchaos an der Tür
liederliches Blechchaos an der Tür





es schmiegt sich
es schmiegt sich

nicht zu sehen, aber etwas fehlt noch
nicht zu sehen, aber etwas fehlt noch

16.03.2017 Hubert Enbergs

2.38 Oktopus

Der liebe Gott hat den Menschen mit vielen guten Sachen ausgerüstet, einige davon gibt es sogar doppelt. Will man aber mit Hammer und Stöckchen auf der Werkbank einen Kotflügel glätten, fehlt plötzlich eine dritte oder vierte Hand, da helfen auch keine Gebete.

Elektroniker kennen "die helfende Hand" als Platinenhalter beim Löten. So etwas könnte man auch für große Sachen bauen. Also fix die notwendigen Materialien zusammengestellt und losgelegt. Die Gelenkplatten entstehen aus Aluminium-Stabmaterial. Die Kugelbolzen werden aus Rundmaterial und aufgeschweißten Stahlkugeln hergestellt. Hierfür kommt eine selbstgebaute Rundschweißmaschine und WIG-Schweißen zum Einsatz.
Für die Befestigung der Gripzangen werden die Bolzen an einem Ende auf der Fräsmaschine geschlitzt.

Die Verbindungsstäbe bestehen aus einfachem Rohr, ebenfalls mit Stahlkugeln. Geplant war ursprünglich zwei Geräte zu bauen, von denen eines abgegeben werden könnte.

Beim ersten Einsatz zeigte sich jedoch, dass die Flaminiateile für ein Gerät zu groß sind. Deshalb ist die Überlegung nun, ein Werkzeugsystem zu entwickeln, bei dem ein flexibler Trägerverbund zur Anwendung kommt.














Kugelbolzen
Kugelbolzen



02.03.2017 Hubert Enbergs

2.37 Die Zeit rast

Es gibt eine interne Zielsetzung, die besagt, mit Beginn des Frühlings muss der Körper verladefertig sein, damit er zum Lackierer kann. Tempus fugit!!!!

Der rechte Radkasten ist endlich fertig und an der Karosserie verankert. Der Kotflügel ist ebenfalls weitgehend fertig und passt ganz gut zum Rest der Beifahrerseite. Besonders auf Höhe des Seitenknicks ist der Verlauf schön geworden. Das Bauteil ist fast perfekt glatt, aber im Streiflicht kommen selbst kleine Wellen zutage. Also muss noch etwas getan werden.

Es ist noch neues Equiment auf dem Weg ins EPI-Zentrum, schauen wir einmal, ob man damit dem Finish Gutes tun kann.

Ein "neues" 3C-Getriebe ist auch angekommen. Mal sehen, wann das eingebaut wird, und wo.





Auch nicht der erste Versuch
Auch nicht der erste Versuch





Der Lampenring in PF-Qualität
Der Lampenring in PF-Qualität







wie neu
wie neu

09.02.2017 Hubert Enbergs

2.36 Und ewig lockt ´das´ UNIMOG

Ende des Jahres waren die Arbeiten abrupt zum Erliegen gekommen und während witterungsbedingt kurzfristig über eine automobile Neuorientierung nachgedacht wurde, Stichworte: Portalachsen, Räumschild, Hydraulikkreise, Superkriechgang, erfolgte mit Verschwinden der mickrigen Schneedecke die Rückbesinnung.

Sensationen haben nicht stattgefunden, deshalb nur eine Sammlung von Kleinigkeiten.

Die rechte Vorderseite nähert sich der Vervollständigung. Um nicht den gleichen Fehler zu machen, wie auf der linken Seite, wurde hüben zur Niederbringung der Bohrungen für den Seitenblinker eine Schablone verwendet. Weil so praktisch musste das Bohrbild aus dem alten Kotflügel dazu herhalten. Drüben waren vorher die Positionen nach Aufmaß frei Hand gebohrt worden, was prompt zum Verlaufen einer Bohrung um 1,5 mm führte und der Blinker nicht auf Anhieb passte. Ärgerlich, zusätzliche Arbeit und gar nicht schön.

Das 32er Loch entstand mit Hilfe eines Standard-Lochers. Damit kann man perfekt runde Bohrungen ohne Verzug schneiden, was mit der Blechschere bei diesem Durchmesser praktisch unmöglich ist.

Die vor Kurzem aus Fomrollenhälften gemachten Ambosse stehen kurz vor der Transformation in Stiftambosse. Stiftambosse haben einen pyramidalen, also „quadratisch konischen“ Schaft.

Und das kam so.

Spannt man einen Stiftamboss in den Schraubstock, ist bei größeren Werkstücken oft die Werkbank im Weg. Ferner wandert (kippt) der Amboss durch das Hämmern zur Seite, egal wie fest man den Schraubstock „angeknallt“ hat und die Arbeitsebene ist eher für Dirk Nowitzki geeignet als für Hobbits wie mich.

Bei der eingehenden Betrachtung eines Bildes der Karosseriewerkstatt der Carrozzeria Touring Superleggera aus den dreißiger Jahren entdeckte ich eine sehr einfache aber wirksame Lösung, nämlich einen simplen Ständer für Stiftambosse. Durch die schlanke Bauart hat man maximale Bewegungsfreiheit in alle Richtungen und durch den „konischen“ Sitz lassen sich alle möglichen Ambösschen fest einsetzen. Der Sitz und knapp zwei Hand voll Schäfte entstanden auf der Fräsmaschine. Die Arbeitshöhe bestimmte sich nach den ergonomischen Erfordernissen.

phänomenal pyramidal
phänomenal pyramidal

















Sieh an, Rost
Sieh an, Rost

Krater nach Vorlage,
Krater nach Vorlage,

also genau so krunkelig wie das Original
also genau so krunkelig wie das Original

11.01.2017 Hubert Enbergs
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