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Besucher der Woche, Valet Parken im Ritz



Aus dem Heidelberger Umland hatte sich JU mit seiner 59er Flaminia auf die Reise gemacht, um im EPI-Zentrum etwas Flaminia- und Clubfühlung aufzunehmen. Korrekt muss es wohl heißen „Heidelberg Land“, also zwar Kennzeichen HD aber eben nicht aus Heidelberg.

Das Auto besitzt seinen originalen Unterbodenschutz, nicht das kleinste Reparaturblech ist zu sehen. Die Bodenwanne und alle unteren Bauteile sind nicht verbeult und nicht verkratzt. Die Hebebühne hebt den Wagen an den ursprünglich vorgesehenen Stellen. Es knirscht nichts, es rieselt nichts, es tropft nichts.

Die Lackierung wurde schon einmal erneuert und JU hat die verwohnte Innenausstattung überarbeiten lassen. Dabei wurde großer Wert daraufgelegt, ein dem damaligen Connolly Leder gleichwertiges Material zu finden.

Solide wie am Tag der Auslieferung.

Die Türen schließen mit einem Sssappp, welches dem Insassen signalisiert, Du bist da angekommen, wo Pong und Peng niemals hingelangen werden. Aussteigen erst wieder vor der Himmelspforte. Oder vorm Ritz Carlton, wenn´s denn sein muss.

Die fließenden Übergänge von A-Säule zu Schweller, die üppige C-Säule, die gemeinsam mit den Heckflossen dem hinteren Teil des Wagens ein gewisses Gewicht geben. Dagegen die filigranen vorderen Dachpfosten und die großen Scheiben, welche die vordere Sitzreihe zu lichtdurchfluteten Premiumplätzen machen.

Und dieses Gesicht! Zwei einfache große, runde Scheinwerfer, das leicht vorgezogene Maul mit dem selbst nach heutigen Maßstäben ziemlich großen Grill.

Gruß nach München, so macht man das!

Ein Traumwagen!


































22.08.2019 Hubert Enbergs

Besucher der Woche, Flavia Coupé



Es war schon seit längerem vereinbart, einen Blick auf die Bremsanlage von MSs Flavia zu werfen. Eine Probefahrt hatte bereits in Redderse bei Hannover stattgefunden, wo eine Projektgruppe der Fulvia-Flavia-IG an einer außergewöhnlichen Fulvia arbeitet.

Das Auto ist eine Flavia 1.5, mit den serienmäßigen zwei Doppelvergasern, aber mit einem Flaviasport-Getriebe ausgerüstet.
Der Wagen trägt sein Alter überraschend leichtfüßig, das originale Grau und die patinierte Innenausstattung versetzen den Fahrer in die frühen Sechziger. Interessant in diesem Zusammenhang erscheint ein Blick in die aktuellen Farbkarten der deutschen Autohersteller. Oder man schaut im Stau vor der Leverkusener Brücke mal nach links und rechts. Graue Uni-Farben an jeder Ecke.

Es ging aber nicht nur um die Eleganz der schönen Flavia, sondern auch um den Bremskraftverstärker (wie immer). Das Gerät war schnell zerlegt. Nicht zum ersten Mal, wie man an einigen neuen Teilen und Messingbuchsen in den kritischen Bereichen sehen konnte. Die Fehlfunktion rührte dieses Mal aber von einer unsachgemäßen Reparatur her. Wenn man bei der Montage etwas übrigbehält, sollte man vielleicht doch noch einmal nachsehen.

Das fehlende Federchen wurde ersetzt und ein neuer Dichtsatz „made in Germany“ eingebaut. Der Servo wurde installiert und entlüftet, was zu zweit viel einfacher geht als allein und schon lässt sich die Fuhre angemessen zum Stillstand bringen










Alles da für eine DOT3 Schorle
Alles da für eine DOT3 Schorle

Ohne Feder keine Wirkung
Ohne Feder keine Wirkung

Das Gefälle ist echt
Das Gefälle ist echt

Jemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen
Jemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen





Arbeitsanzug in Wagenfarbe, das hat Stil
Arbeitsanzug in Wagenfarbe, das hat Stil

Radkappenmontage
Radkappenmontage

12.08.2019 Hubert Enbergs

Überraschung!



Kleine Vergaserrevision Teil 2

Die beiden Vergaser wurden zerlegt, die Dichtflächen der Deckel wurden mit Schleifpapier fein abgezogen und alle Teile im Ultraschallbad bei 50°C mit einer Leichtmetallreinigungslösung gereinigt.

Ein Missgeschick passierte, als an einem der Betätigungshebel für die Beschleunigerpumpe das Gewinde abriss. Das wäre halb so wild, wenn nicht der Hebel mittig auf der Drosselklappenachse befestigt wäre, man ihn also nur ausbauen könnte, indem man die Drosselklappen ausbaut. Das soll aber im Moment nicht geschehen. Der Vergaser wurde auf den „kleinen Oktopus“ gespannt und eine neue Gewindestange wurde mit Hilfe eines zweiten Oktopusses positioniert. Mit der 0,5er Brennerspitze und einer Mikromenge Fülldraht wurden die beiden Teile verschweißt. Ein Würfelmagnet, der an dem Hebel befestigt war, fiel während dieses Vorgangs plötzlich zu Boden. Ich nenne es den Dädalus-Effekt.

Eine Überraschung hielt eine der Beschleunigerpumpen parat. In ihrem Gehäuse fehlte ein Stopfen, so dass die zugehörigen Beschleunigerdüsen einen Kurzschluss hatten und das Benzin immer wieder direkt in den hydraulischen Teil des Vergasers zurückfloss. Auf dem Prüfstand konnte man sehen, dass kein Strahl aus den Düsen kam. Nachdem die Geräte wieder montiert und die Einspritzmengen auf dem Korinth auf exakt gleiche Werte eingestellt waren, erfolgte die Grundeinstellung der Drosselklappen auf der Fließbank.

Beide Vergaser wurden auf ihrem Ansaugflansch montiert eingestellt. Das ganze Ensemble wird später als Einheit am Motor angebracht. Die Position der beiden Vergaser zueinander wird dabei nicht mehr verändert. Erwarteter Vorteil: Absoluter Gleichlauf der Anlage bei höherer Genauigkeit, weil die Fließbank im Gegensatz zum pumpenden Motor einen stetigen Unterdruck liefert und in Folge dessen die Zeiger der Instrumente ruhig stehen und nicht zappeln.

Mal sehen, ob es sich in der Praxis bestätigt.

ungewollter Beipass
ungewollter Beipass





Super-Neodym-Magnete mögen keine Wärme
Super-Neodym-Magnete mögen keine Wärme



Alt und Neu
Alt und Neu





26.05.2019 Hubert Enbergs

Terra incognita



Kleine Vergaserrevision Teil 1

Man hört und liest sehr viel darüber, welch überaus positive Wirkung sich aus der richtigen Vergasereinstellung heraus entfaltet. Ganz besonders beliebt ist dieses Thema bei Fulvia-Liebhabern, vielleicht weil man beim Öffnen der Motorhaube den Eindruck hat, eine Fulvia wird von einem Haufen von Vergasern mit ein paar Nebenaggregaten angetrieben.

Das Synchronisieren von Vergasern gehört seit Beginn meiner Schrauberleidenschaft zu den konsequent gemiedenen Dingen. Terra incognita gewissermaßen. Aber nun ist die Zeit gekommen, sich diesem Ort der Mirakel und Wunder zuzuwenden. Gut gerüstet versteht sich, wie es alle Eroberer gehandhabt haben.

Ein Vergaser beheimatet zwei Medien und verbindet diese so, dass es richtig knallt. Auf Deutsch, er mischt Gas und Flüssigkeit auf eine Weise, die Renault Tweezy- und Nissan Leaf-Fahrer niemals verstehen werden.

Die V-Batterie unserer Fulvia soll in aller Ruhe auf der Werkbank untersucht werden. Der Korinth VPG2 zur Untersuchung des hydraulischen Teils steht betriebsbereit parat. Für den pneumatischen Teil muss aber noch eine Fließbank her. Die baut man am besten selber.

Zuerst wird das gedankliche Durcheinander in einer Konzeptskizze sichtbar gemacht, um dann unverzüglich in der Metallwerkstatt in harte Ware umgewandelt zu werden. Für die beiden C35 PHH wird eine Aufnahme gebaut, die eine simultane Prüfung beider Geräte ermöglicht. Alle, mit denen ich gesprochen habe, halten das für Unsinn, aber ich habe meine Gründe! Die magische Kiste ermöglicht Messungen an den vier Kanälen, ohne dass sich diese gegenseitig beeinflussen.

Schwierig erwies sich die Erzeugung eines ernst zu nehmenden Unterdrucks. Die Dunstabzugshaube aus der Küche schaffte gerade einmal -5 mbar, aber einen ordentlichen Volumenstrom. Eine Absaugeinrichtung mit 4kW Antrieb lieferte immerhin -200 mbar, erzeugte aber Geräusche wie eine startende Concorde. Die Wahl fiel auf den Werkstattstaubsauger, dessen -150 mbar für die Optimierung der Drosselklappenstellung im Leerlauf reichen sollten.

Erste Versuche mit dem Böhm Synchrontester schlugen fehl, weil dessen Anzeigebereich mit -600 mbar zu groß und ungeeignet ist.













Korinth VPG 2
Korinth VPG 2











Damit sieht man endlich was
Damit sieht man endlich was

Licht und Schatten gezielt einsetzen
Licht und Schatten gezielt einsetzen

Das Licht quillt aus allen Ritzen
Das Licht quillt aus allen Ritzen

12.05.2019 Hubert Enbergs

Gib Kette!



Zuerst einmal herzlichen Dank an CME. Der Lösungsvorschlag für das Rätsel der letzten Woche war nicht schlecht, auch wenn es nicht die Lösung war. Als Dankeschön für die Teilnahme steht auf jeden Fall ein Getränk bereit.

Also was ist des Rätsels Lösung? Das beim letzten Mal veröffentlichte Bild zeigt einen Ausschnitt des Betätigungsmechanismus für eine außergewöhnliche Beatmungseinheit des Flaminia Motors. Gefunden wurde die Apparatur unter der Motorhaube eines Flaminia Coupé.
An Lancia Teilen kamen ein 2.5 Liter-Motor, eine 3C-Ansaugbrücke, ein 3B-Vergasergestänge sowie zwei Solex-C40 Dreifachvergaser zur Verwendung. Zu einer funktionstüchtigen Einheit wurden diese Bauteile erst durch einen zweigeteilten Montageblock und eine wohl durchdachte, obwohl an dieser Stelle äußerst ungewöhnliche Drosselklappenbetätigung.

Die beiden Vergaser wurden Rücken an Rücken montiert, was die raumökonomischste Anordnung ist. Dadurch bedingt, liegen die Chokehebel gut versteckt zwischen den Vergasern und ihre Betätigungsrichtung ist gegenläufig. Genauso verhält es sich mit den Drosselklappen. Eine Möglichkeit zur Betätigung sind ineinandergreifende Zahnsegmente, wie sie beim Solex Doppelvergaser zu finden sind.

Eine synchrone Betätigung der gegenläufigen Drosselklappenwellen ist nicht so trivial, wie sie erscheint. Um so schöner kommt die Lösung mit einer über den Kreisumfang laufenden Kette daher. Eine Längenverstellung ermöglicht die Einstellung der Grundposition.
Durch den hohen Pertinax-Block entstanden ziemlich lange Ansaugwege einerseits und etwas viel Bauhöhe andererseits. Damit alles noch unter die Haube passte, war es erforderlich die Ansaugtrichter und das Luftfiltergehäuse flacher zu machen.
Eine Frage bleibt. Hat es etwas gebracht?

















20.04.2019 Hubert Enbergs
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